Ukrainische Medien
Russischer Soldat gesteht Hilfe für Rebellen

„Würde Russland in den Krieg eingreifen, wäre die Offensive längst in Kiew“: Russland wehrt sich gegen Vorwürfe einer Beteiligung an den Gefechten in der Ostukraine. Doch die Ukraine will nun Beweise in der Hand haben.
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Moskau/KiewDie ukrainischen Sicherheitskräfte haben einem Medienbericht zufolge einen russischen Soldaten im Osten des Landes festgenommen, der die Lieferung von Militärgütern an die Separatisten gestanden habe. Der 19-Jährige gehöre zu einer Schützenbrigade des russischen Heeres, meldete die ukrainische Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch unter Berufung auf den Sicherheitsdienst des Landes SBU. Während der Befragung habe er eingeräumt, seine Einheit habe unter anderem „Grad“-Raketen und gepanzerte Fahrzeuge an die prorussischen Rebellen im Osten des Landes weitergeleitet.

Auch nach dem russisch-ukrainischen Gipfeltreffen in Minsk gehen die Kämpfe in der Ukraine mit unverminderter Härte weiter. Regierungstruppen töteten am Mittwoch eignen Angaben zufolge rund 200 prorussische Separatisten im Osten des Landes. Die Regierung in Kiew warf Russland vor, weitere Soldaten über die Grenze zu schicken. Ministerpräsident Arseni Jazenjuk warnte zudem, im Winter könnte Russland nicht nur der Ukraine, sondern auch der EU den Gashahn abdrehen.

Ein Armeesprecher sagte in Kiew, im Ort Amwrossijiwka sei eine Gruppe russischer Soldaten in gepanzerten Transportern aufgetaucht. Erst am Montag hatten ukrainische Sicherheitskräfte eigenen Angaben zufolge zehn Fallschirmjäger nahe der Grenze festgenommen. Die russische Seite hatte den Vorfall nicht dementiert, sondern von einem Versehen der Männer gesprochen.

Kanzlerin Angela Merkel hat von der Regierung in Moskau Aufklärung über die mutmaßliche Präsenz russischer Truppen in der Ukraine verlangt. Dies habe sie in einem Telefonat mit Präsident Wladimir Putin gesagt, erklärte ihr Sprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. „Sie unterstrich die große Verantwortung Russlands für eine Deeskalation und für eine Überwachung der eigenen Grenze.“ Auch die Kontaktgruppe mit Vertretern der OSZE, Russlands und der Ukraine müsse ihre Bemühungen um eine effektive Grenzsicherung und einen Waffenstillstand intensivieren, sagte Merkel nach Worten ihres Sprechers.

Russland hat wiederholt die Anschuldigung zurückgewiesen, es schicke Soldaten und Waffen über die Grenze und unterstütze die Separatisten, die einen Anschluss an das Nachbarland fordern. Auch ein früherer Anführer der Separatisten sagte in Moskau: „Würde Russland in den Krieg eingreifen, wäre die Offensive längst in Kiew.“

In Horliwka und Ilowaysk hat die ukrainische Armee rund 200 Separatisten getötet sowie Panzer und Raketensysteme zerstört, sagte ein Armeesprecher. Binnen 24 Stunden seien 13 ukrainische Soldaten ums Leben gekommen und 36 verletzt worden. Nach UN-Angaben sind in den Kämpfen mit prorussischen Separatisten 2200 Menschen getötet worden.

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  • Warlord Putin plant die Annexion der Ukraine[/b]
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    „Würde Russland in den Krieg eingreifen, wäre die Offensive längst in Kiew“: Russland wehrt sich gegen Vorwürfe einer Intervention.

    Wie immer! Erst einmal leugnen, dann langsam eingestehen. (Wie im Falle der Krim. Da waren auch erst keine russische Soldaten beteiligt.

    Russland hat erneut Vorwürfe einer geplanten Annexion der umkämpften Gebiete Donezk und Luhansk zurückgewiesen. „Wir sind nicht daran interessiert, den ukrainischen Staat zu zerstören“, sagt Außenminister Sergej Lawrow der Agentur Interfax zufolge.

    Putins Plan ist es, die alte UdSSR wiederherzustellen.

  • Nun kann das Eine oder Andere schon sein, also auch ein paar russische Soldaten in der Ukraine. Grüne Grenze, Patrouillen, (Schein-)Manöver (man weiss, dass man beobachtet wird). Entscheidend aber ist der Ausrüstungs-Zustand der Gefangenen Orientierungs-und Kommunikationsmaterial, weitere Begleit-Operationen und Logistik etc. . Oder soll das Ganze nur ein Spiel sein ? Wenn Russland "Grosses" vorhat in der Ukraine, dann braucht es Material. Eine Kolonne von Fahrzeugen kommt aber nicht aus dem Nichts, da oben fliegen Militär-Satelliten herum, die ukr. Armee kontrolliert den grössten Teil der Grenze. Wenn schon behauptet wird, dass es da eine grosse Zahl von Fahrzeugen mit Zeichen etc. gibt, dann sollte man das auch dokumentieren,mit genauer Ortsangabe und Zeit. Ein paar Männer, die keiner kennt, interviewen und schwer nachprüfbare Aussagen machen lassen, was soll das ? Ich erinnere mich noch - vor 2 bis 3 Monaten verging fast kein Tag ohne "Beweise" durch westliche Institutionen. Da gabs mal Panzer, die vorher in Russland gefilmt wurden und nun in der Ost-Ukraine sein sollten, Einschlagkrater denen Geschütze in Russland zugeordnet wurden, lauter Zeugs, was sich nicht verifizieren liess.
    Ich nehme mal an, dass man sich von westlicher Seite mit Russland längst auf einen Status Quo geeinigt hat, und Allen klar ist : so wie bisher kommt man nicht weiter ! Nun, bevor die "Friedensverhandlungen" beginnen will Russland noch seine Ausgangsposition verbessern und ein paar Fakten schaffen, aber natürlich ohne einen grösseren Kriegsakt !
    Da vor Monaten schon in Mariupol erheblicher Widerstand gegen Kiev kam, der aber niedergeschlagen wurde, wird man versuchen die "Front" wieder nach Süden auszudehnen.
    Gibt es dann eine Art Autonomie-Lösung, wird man die grösseren Freiheiten von Kiev auch dem südlichen Teil nicht verwehren können ... , aber dass ist eben nur so ne Idee. Dabei sollte man sich nicht so sehr empören - der Westen hat damals in Jugoslavien ähnliches getrieben.

  • Noch ein letztes für heute bevor ich mich füttern muß.

    Man nennt das Abendessen.

    Es gibt auf der Welt eine Menge von Problemen, aber die sind nur von Menschen gemacht.

    Wie wäre es wenn ein Asteroit von jetzt auf gleich einschlagen würde?

    Genau, dann wären all die Probleme, die wir als solche ansehen,nichtig.

    Ich wünsche noch einen schönen Abend und eine gute Nacht

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