Ukrainische Oppositionsführerin: Timoschenko ist Verdächtige in Mordfall

Ukrainische Oppositionsführerin
Timoschenko ist Verdächtige in Mordfall

Die Oppositionsführerin soll 1996 einen Mord in Auftrag gegeben haben. Das vermutet zumindest die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft. Demnach soll eine Firma Timoschenkos den Mord an einem Abgeordneten bezahlt haben.
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KiewDie inhaftierte ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko sieht sich nun offiziell mit Mordvorwürfen konfrontiert. Timoschenko werde verdächtigt, den Mord an dem Abgeordneten Jewgen Schtscherban im Jahr 1996 organisiert zu haben, sagte Generalstaatsanwalt Viktor Pschonka am Freitag bei einer Pressekonferenz. Die Ermittlungen zeigten, dass Timoschenko den Mord gemeinsam mit Ex-Regierungschef Pawlo Lasarenko in Auftrag gegeben habe. Sie gelte nun offiziell als Verdächtige. Sollte sie für schuldig befunden werden, drohe ihr lebenslange Haft. Lasarenko sitzt derzeit in den USA in Haft.

Die ukrainische Staatsanwaltschaft hatte im Dezember erklärt, den Auftrag zu dem Mord habe ein Unternehmen Timoschenkos bezahlt. Schtscherban war zusammen mit seiner Frau am Flughafen der ostukrainischen Stadt Donezk erschossen worden. Timoschenko bestreitet, etwas mit dem Fall zu tun zu haben.

Die ehemalige Ministerpräsidentin Timoschenko war im Oktober 2011 wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde vom Westen als politisch motiviert kritisiert. Der Oppositionspolitikerin droht zudem ein weiterer Prozess wegen Untreue und Steuerhinterziehung. Aus Protest trat die unter schweren Rückenbeschwerden leidende Timoschenko bereits mehrmals in Hungerstreik und verweigerte medizinische Behandlung.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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