Ukrainische Oppositionspolitikerin
Timoschenko nach Hungerstreik in schlechter Verfassung

Über zwei Wochen hat die inhaftierte ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko mit einem Hungerstreik gegen die Regierung demonstriert. Der Gesundheitszustand von Timoschenko hat sich damit noch verschlechtert.
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CharkiwDie inhaftierte ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko hat ihren zweieinhalbwöchigen Hungerstreik gegen angebliche Manipulationen der Parlamentswahl Ende Oktober in sehr geschwächter Verfassung beendet. Die Kritik internationaler Beobachter am Wahlsieg der Partei von Präsident Viktor Janukowitsch habe ihre Einschätzung bestätigt, erklärte die 51-jährige frühere Ministerpräsidentin am Freitag. Jetzt wisse jeder Ukrainer, dass die Abstimmung manipuliert worden sei. „Daher kann ich am 18. Tag den Hungerstreik beenden und meinen Kampf gegen das korrupte Janukowitsch-Regime mit anderen Mitteln fortsetzen.“

Durch die Nahrungsverweigerung seien Timoschenkos Schmerzen „beträchtlich gewachsen“, sagte am Freitag der deutsche Arzt Lutz Harms von der Berliner Charité, der Timoschenko im ukrainischen Charkiw behandelt.

Nachdem die Oppositionspolitikerin am Donnerstagabend erstmals seit 17 Tagen wieder ein paar Schlucke Saft zu sich genommen habe, habe sie nun mit Rehabilitationsmaßnahmen begonnen, führte Harms aus. Da ihr Körper sehr geschwächt sei, sei dies aber nur sehr eingeschränkt möglich und auch Medikamente schlügen nicht gut an. Timoschenko, die wegen eines Rückenleidens vom Gefängnis in ein Krankenhaus verlegt worden war, hatte mit ihrem Hungerstreik gegen die Parlamentswahl Ende Oktober protestiert.

Ihre Tochter Jewgenia Timoschenko verlas am Freitag vor Journalisten eine Erklärung ihrer Mutter, in der diese ankündigte, „weiter gegen das korrupte Regime“ von Staatschef Viktor Janukowitsch zu kämpfen. „Ich sehe, dass ich das Ziel, für das ich den Hungerstreik begonnen habe, erreicht habe“, schrieb Julia Timoschenko. Mittlerweile könne niemand mehr behaupten, das Parlament sei rechtmäßig und demokratisch gewählt.

Janukowitschs Partei der Regionen verfügt dank der Unterstützung anderer Parteien auch im neuen Parlament über die absolute Mehrheit der 450 Sitze. Timoschenko war im Oktober 2011 wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde vom Westen als politisch motiviert kritisiert. Der Oppositionspolitikerin droht ein weiterer Prozess wegen Untreue und Steuerhinterziehung.

 
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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