Umfrage: 40 Prozent der Briten für Austritt aus der EU

Umfrage
40 Prozent der Briten für Austritt aus der EU

Zum Entsetzen vieler Europäer kündigt Premier Cameron ein Referendum über die britische EU-Mitgliedschaft an. Er selbst will angeblich drinbleiben - doch viele seiner Landsleute sehen das ganz anders.
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BerlinBei einem Volksentscheid würden zurzeit rund 40 Prozent der Briten für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union stimmen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 2000 Bürgern hervor. Premierminister David Cameron hatte am Mittwoch angekündigt, in den kommenden Jahren eine Volksabstimmung über den Verbleib seines Landes in der EU abzuhalten.

Bei der Umfrage gaben Anfang der Woche 37 Prozent der Befragten an, sie würden bei einem Referendum für einen Verbleib des Landes in der EU votieren. 18 Prozent erklärten, sie hätten keine Meinung dazu, sechs Prozent, sie würden an einer solchen Abstimmung gar nicht erst teilnehmen.

Die Zahlen unterliegen allerdings starken Schwankungen: Nur wenige Tage zuvor hatten sich in einer YouGov-Umfrage 34 Prozent der befragten Briten für einen Austritt und 40 Prozent für einen Verbleib ihres Landes in der EU ausgesprochen.

Camerons Ankündigung sorgte europaweit für Empörung und Bestürzung. Frankreichs Präsident François Hollande schloss aus, dass sich die EU von den Plänen der britischen Regierung erpressen lassen wird. „Europa muss so genommen werden, wie es ist“, sagte Hollande am Mittwochabend in Grenoble. Es sei nicht möglich, darüber zu verhandeln, um dann ein Referendum zu veranstalten. Die EU könne weiterentwickelt werden. Durch eine Volksabstimmung lasse sie sich aber nicht kleinmachen, sagte Hollande nach Angaben des französischen Nachrichtensenders BFM TV.

Auch die Außenminister Deutschlands und Spaniens, Guido Westerwelle und José Manuel Margallo, verfolgten die Ankündigungen aus London mit Sorge. Beide betonten am Mittwochabend in Madrid, eine „Rosinenpickerei“ mit weiteren Sonderrechten für Großbritannien werde nicht funktionieren.

Der frühere Außenminister Joschka Fischer (Grüne) warnte Deutschland und andere EU-Staaten vor Zugeständnissen an London. „Eine Gefahr für die Existenz der EU gäbe es nur, wenn Frau Merkel, Herr Hollande und all die anderen auf Cameron zugingen“, sagte Fischer dem ZDF-„heute-journal“.

Camerons Pläne grenzten an Absurdität. „Was er fordert, ist nichts geringeres als die Rückabwicklung der Europäischen Union, damit Großbritannien drinbleibt“, kritisierte Fischer. Die Briten sollten in der Gemeinschaft bleiben, „aber nicht um den Preis der Zerstörung der Europäischen Union“.

Kommentare zu " Umfrage: 40 Prozent der Briten für Austritt aus der EU"

Alle Kommentare
  • Schreibt hier eigentlich ein E-Basher vom anderen ab? Die Stammtischler unter ihnen lässt die Verordnung zum Krümmungsgrad von Gurken und ähnlicher Mist geradezu verzückt auszuflippen, die Oberlehrer orakelhafte, aus trüben Quellen genährte Pseudoanalysen, Tatsachenverdrehungen und Ergebnisverhunzungen in teutonische Verzweiflung versinken. Ach, und dann das gemeinsame Gejammere über das DEUTSCHE Geld der Steuerzahler und Steuerhinterzieher, das, was uns – natürlich vollkommen ohne Gegenleistung, klar! - aus den Taschen gezogen wird – Erbsenzählerei ist das, denn dass unser deutscher, durch Europa und den Euro gewonnener, enormer Wohlstand GERADE DADURCH ermöglicht wurde, das KAPIEREN sie einfach nicht – nein, D liegt bereits in Trümmern und alle anderen lachen uns aus und fressen sich voll (und wenn nicht heute, dann doch spätestens übermorgen...)! Na ja, eher wohl WOLLEN dies die Basher nicht zur Kenntnis nehmen, denn ihr muffiges Weltbild bräche ihnen überm Kopf zusammen! Und was das RAUS der Briten anbelangt: Das englische Volk (clever wie Churchill) ist nicht so blöd, DAFÜR zu stimmen; das deutsche Volk (dumm wie Bohnenstroh) könnte seinen Wohlstand nicht schnell genug verspielen! Tja, wer den Wald vor lauter Bäumen nicht SEHEN WILL, der schüttet das Kind leicht mit dem Bade aus, und dann wird das Jammern mal WIRKLICH auf hohem Niveau sein! P.S.: Ich höre schon die Kommentare! Leute - lasst es sein! Sie werden nicht anders ausfallen als die, die hier sowieso schon massenweise zum Besten gegeben wurden. Ich werde sie mir NICHT AUCH NOCH antun!

  • Cameron, wie auch alle anderen in der Öffentlichkeit stehenden, unterliegen, wie aus den Foren hier deutlich wird, einem entscheidenden Tabu: Es ist unmöglich, eine sachliche Kritik am Gutmenschentum zu führen. Mit ihm legitimieren sich aber viele EU-Funktionäre und Politiker der Mitgliedstaaten einschließlich Merkel. Wer vermag schon jemanden entgegenzutreten, der es dem Anschein nach gut meint. Dieses Tabu schleppen die Europäer schon seit langem mit sich herum. Wenn man aber das Gutmenschentum schon nicht kritisieren kann, dann sollte man wenigstens auf die historischen Fakten verweisen dürfen, wozu Gutmenschentum geführt hat, um so für Wachsamkeit im Unterschied von gut gemeint und gut gemacht zu sorgen. Der Sozialismus sowieso, aber auch die einigermaßen demokratische Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland, alle haben sich zuerst durch Gutmenschentum legitimiert und dann mehr und mehr in die Versklavung und schließlich in eine Katastrophe geführt. Immer wurden zuerst Demokratie und Freiheit einem Ziel geopfert, in der Regel dem Wohlstand. Der Frieden ist nebenbei mit untergegangen.
    So etwas findet zurzeit in der EU statt und das haben auch schon viele erkannt, ohne sich dafür ob des Tabus das nötige Gehör im kritischen Umgang damit verschaffen zu können. Wenn „gut gemacht“ aber der Gegenbeweis für „gut gemeint“ ist, dann wird deutlich: Allen Politikern, die uns ihre Wohlstandspläne verkaufen wollen, müssen wir misstrauen. Allein diejenigen, die Demokratie und wirkliche Freiheit bewahren, sollten wir uns erhalten und welche das sind, dafür sprechen die Fakten, denn Wohlstand und Frieden stellen sich gemeinsam von selbst ein, wenn Demokratie und Freiheit herrschen. Wenn aber Demokratie und Freiheit geopfert werden, wie es in der EU-Politik eindeutig der Fall ist, müssen wir konsequent gegensteuern, selbst wenn dabei ganze Institutionen wie die EU wegfallen, denn sonst gerät alles andere in Gefahr. Besser keine Politik, als eine nur gut gemeinte.

  • ich muß auch gleich mal austreten ...

  • Zitat : 40 Prozent der Briten für Austritt aus der EU

    Richtigstellung : 80 Prozent der Briten für Austritt aus der EU, und 70 % der Deutschen für Austritt aus EUtopia !

    EU ist ein zusätzlicher Steuertrog, der Horden von Schmarotzern ein Luxusdasein auf Kosten des Steuerzahlers garantiert !

    WEG mit dem EUtopia Land !

  • Der wichtigste Satz war: Was ist Sinn und Zweck der EU und des €. Darüber wird viel zu wenig diskutiert. Cameron hätte auch noch fragen können wieviel uns EU und € kosten sollen/dürfen und was für ein PayBack wir erwarten dürfen. Die Frage nach Gewinn und Rendite dürfen nicht einfach ins OFF verschoben und vergessen werden. Das gilt auch für Transparenz und Demokratie im Projekt EU. Die Reaktion unserer EU Granden ist typisch. Fast wie bei der RömischKath. Kirche mit der Unfehlbarkeit des Papstes und all den Dogmen. Dogmen in der EU sind offenbar vorhanden. Und Dogmen sollte es in einer Demokratie nicht geben - schon gar nicht im Fall der EU und des Euro. Es sind unser Geld, unsere Zukunft und unsere Sicherheit die hier verspielt werden für etwas das bisher kein Volk der EU haben wollte - von Luxemburg mal abgesehen und von jenen ländern die man erpresst hat wir zB Irland. Also ist camerons Schritt ein guter Schritt für mehr Demokratie, Transparenz und Qualität.

  • Cameron macht das, was eigentlich in der gesamten EU schon lange dran ist: das Volk eintscheiden lassen. Nicht alternativlos, sondern mit mehrern Optionen - wie es ja auch mehrere politische Parteien gibt. UNd ohne Zweitabstimmung, bis das Ergebins endlich passt!
    Für diese Ehrlichkeit wird er mit Sicherheit in Europas Technokratenführung gemobbt, bis er umkippt.

  • Mit 40% sind die Briten ja wahre Eurofanatiker - man sollte diese Abstimmung bei uns wagen !

  • @ Kritiker,
    dass unsere Medien komplett gleichgeschaltet sind habe ich damals, als die Krise um Griechenland anfing, feststellen können.
    Eine deutschlandweite Verleumdungskampagne wurde wie auf Befehl gegen Griechenland gestartet. Zweck diese Verleumdungskampagne war vom Fehlkonstrukt Euro abzulenken und die Schuld auf Griechenland zuzuschieben.
    Diese Gleichschaltung oder besser Abhängigkeit der Medien von Kapital wird auch über die Werbeaufträge erreicht. Wenn eine Zeitung nicht im Sinne des Kapitals berichtet werden die Werbeaufträge für die Zeitung eingestellt.
    Die Werbeaufträge sind aber die Haupteinnahmequelle der Medien, ohne Werbeaufträge ist ein Konkurs unvermeidbar.
    Die erklärt wahrscheinlich die sogenannte Gleichgeschaltung.

  • Ich finde es ausgesprochen bedenklich, das durch die Bank alle Parteien im Bundestag keinerlei Kritik an der der EU und dem Euro zulassen.

    Was versprechen sich die Pfötchenheber von einem Festhalten am Euro? Erst gestern war zu lesen, das die Südstaaten sich bei einem Eurokurs von ca. 1,05 zum US-Dollar erholen könnten, für Deutschland wäre allerdings ein Wechselkurs von ca. 1,55 notwendig. Also passt eine Währung nicht für 17 Staaten.

    Merkel und von der Leyen tragen ja auch nicht den Hosenanzug in der selben Größe.

  • "Camerons Ankündigung sorgte europaweit für Empörung und Bestürzung."

    Diesen Satz hab ich heute schon wortwörtlich mehrfach gelesen und sogar im Radio (Nachrichten) gehört. Da sieht man mal, daß unssere Medien komplett gleichgeschaltet sind und alle unisono den selben Mist von sich geben.

    Ich glaube, diese Herren Politiker sind dermaßen abgehoben, daß sie in ihrer eigenen Welt leben. Was heißt "sorgte europaweit für Empörung"? Bei den Völker bestimmt nicht, sondern nur bei den Eliten, die von der EU profitieren.

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