Umfrage
Amerikaner gönnen Obama Nobelpreis nicht

Zwei Drittel der Amerikaner sind der Meinung, dass Präsident Barack Obama nicht den Friedensnobelpreis verdient. Lediglich 26 Prozent meinen, er bekomme die Auszeichnung am Donnerstag in Oslo zu Recht überreicht. Durch die breite Kritik an der Entscheidung des Nobelkomitees, sah sich dessen Vorsitzender sogar schon zu einer Rechtfertigung gezwungen.
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HB WASHINGTON/OSLO. Die niedrige Zustimmung zu der Entscheidung des Nobelkomitees ergibt eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der Quinnipiac Univerity. Dazu seien 2 313 Wähler Anfang Dezember befragt worden, heißt es.

Die Bekanntgabe der Auszeichnung Obamas mit dem Friedensnobelpreis am 9. Oktober hatte in den USA und international ein geteiltes Echo gefunden. Zu wenig Konkretes habe der US-Präsident in den wenigen Monaten seiner bisherigen Amtszeit erreicht, meinten Kritiker. Zuletzt hatte auch die Entsendung von 30 000 zusätzlichen US-Soldaten nach Afghanistan Zweifel an Obamas Friedens-Engagement hervorgerufen. Der linke Filmemacher Michael Moore nannte ihn deshalb sogar einen "Kriegspräsidenten".

Der Vorsitzende des Nobelkomitees, Thorbjörn Jagland, musste angesichts kritischer Äußerungen auch in Norwegen die Entscheidung für Obama sogar öffentlich in Schutz nehmen. Die Preisvergabe habe nichts mit Populismus zu tun, meinte der frühere norwegische Ministerpräsident. In der offiziellen Begründung heißt es unter anderem, Obama habe "ein neues Klima in der internationalen Politik geschaffen". Dialog und Verhandlungen stünden bei der Lösung internationaler Konflikte wieder im Vordergrund.

Programm des Oslo-Aufenthalts stark gekürzt

Der US-Präsident erhält an diesem Donnerstag in Oslo den Friedensnobelpreis. Während einer festlichen Zeremonie im Rathaus der norwegischen Hauptstadt wird ihm die mit umgerechnet rund einer Million Euro dotierte Auszeichnung im Beisein von König Harald V. überreicht. Das Nobelkomitee begründete die Entscheidung für den US-Präsidenten mit dessen "außergewöhnlichem Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern". Hervorgehoben wurde insbesondere Obamas Vision einer Welt ohne Atomwaffen.

Der Kurzbesuch Obamas in Oslo wird von massiven Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Mehr als 2000 Polizisten sind im Einsatz, Scharfschützen bewachen die Innenstadt Oslos. Anwohner wurden nach Medienberichten sogar aufgefordert, nicht aus dem Fenster zu schauen.

Obama fliegt nur für die Nobelpreis-Zeremonie nach Oslo und kehrt am Freitag nach gut 24 Stunden bereits wieder nach Washington zurück. Ein ursprünglich vorgesehener Auftritt beim Weltklimagipfel in Kopenhagen wurde gestrichen. Obama wird nun erst zur entscheidenden Endphase der Klimakonferenz am 18. Dezember nach Kopenhagen fliegen.

Auch das Programm des Aufenthalts in Oslo wurde zuletzt stark gekürzt. Ein Mittagessen mit dem König wurde ebenso abgesagt wie Begegnungen mit der Presse und der sonst übliche Besuch im Nobelpreis-Zentrum.

Kommentare zu " Umfrage: Amerikaner gönnen Obama Nobelpreis nicht"

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  • Hat es das schon mal gegeben, dass ein Friedensnobelpreisträger Truppen(Menschen) in den Krieg schickt? ich glaube die Menschheit kennt den Unterschied nicht mehr! Traurig aber wahr!

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