Umfrage
Indien-Geschäft trotzt der Krise

Das Geschäft deutscher Unternehmen in Indien entwickelt sich trotz der globalen Wirtschaftskrise positiv. Die Mehrheit der Firmen will deshalb ihre Investitionen in den kommenden drei Jahren erhöhen.

DÜSSELDORF. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Deutsch-Indischen Handelskammer (AHK Indien). Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen rechnen dieses Jahr mit einem Umsatzwachstum, 26 Prozent erwarten sogar einen Zuwachs von mehr als 20 Prozent. Auch bei der Ertragslage stimmt Indien überwiegend optimistisch. 39 Prozent der Befragten erwarten steigende Gewinne, sieben Prozent von mehr als 20 Prozent. Dagegen stellen sich nur 13 Prozent der Unternehmen auf einen Rückgang ihrer Erträge ein.

"Die Umfrage belegt, dass Indien der globalen Krise vergleichsweise gut widersteht", sagte der Hauptgeschäftsführer der AHK Indien, Bernhard Steinrücke. Vier von fünf befragten Unternehmen sähen für ihre Produkte in dem Land mit 1,1 Mrd. Einwohnern ein gutes oder sogar exzellentes Marktpotenzial. Dies spiegele sich in den Investitionsplänen wider. Knapp zwei Drittel der Befragten wollten ihre Indien-Investitionen bis 2011 ausweiten. An der Umfrage der AHK Indien haben 100 Unternehmen teilgenommen. Sie fand im April vor Ende der indischen Parlamentswahlen statt.

Das Wahlergebnis mit einer unerwartet deutlichen Mehrheit für die Kongresspartei und ihren reformorientierten Premierminister Manmohan Singh dürfte den Indien-Optimismus der deutschen Wirtschaft weiter befördern. Die Regierung ist nicht mehr wie in den vergangenen fünf Jahren auf die Unterstützung der Kommunisten angewiesen, die beinah jeden Versuch einer weiteren Liberalisierung der Wirtschaft blockiert hatten. "Mir fiel bei diesem klaren Wahlergebnis ein Stein vom Herzen", sagte Wilfried Aulbur, Chef von Mercedes-Benz India. Hubert Lienhard, Vorstandschef des Anlagenbauers Voith und Vorsitzender des Indienausschusses der deutschen Wirtschaft sagte, nun müsse die Regierung in Neu-Delhi ihr Reformbereitschaft beweisen. Als größte Geschäftshürden empfinden deutsche Unternehmen der Umfrage zufolge die indische Bürokratie, die schlechte Infrastruktur und die hohe Korruption.

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