Umfrage
Jugendliche geben Euro keine Chance

Laut einer Studie des Bankenverbands sind junge Erwachsene mit den komplexen Zusammenhängen der Finanzkrise überfordert. Die Folge: Das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung sinkt. Der Lehrerverband fordert Konsequenzen.
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BerlinWer heute volljährig wird, hat bereits zwei Weltwirtschaftskrisen erlebt, eine Währungsreform hinter sich und wird von Eltern und Großeltern mit Anekdoten aus den vermeintlich stabileren D-Mark-Zeiten gefüttert. Da verwundert es nicht sonderlich, dass die Skepsis gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung groß ist. Wie aus einer Studie des Bankenverbands hervorgeht, glauben rund 56 Prozent, also über die Hälfte der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland, dass der Euro langfristig nicht erfolgreich sein wird. Jeder Zweite kann sich mittlerweile auch eine Zukunft ohne den Euro vorstellen. Nur die Hälfte der 14– bis 24-Jährigen (51 Prozent) glaubt, dass sich der Euro bisher bewährt habe, heißt es in der repräsentativen Umfrage.

Dem Lobby-Verband bereiten die eigenen Untersuchungsergebnisse Sorgen. Michael Kemmer, Geschäftsführer des Verbandes, sagte am Donnerstag, es bestehe die Gefahr, dass eine Generation von Euro-Skeptiker heranwachse. Zugleich „Wir müssen es uns gemeinsam zur Aufgabe machen, die Vorteile des Euro noch besser zu erklären“, sagte Kemmer.

Gleichzeitig schlagen die komplexen und nur schwer verständlichen Krisenthemen offenbar auf das Wirtschaftsinteresse der jungen Generation durch. Hatte 2009 noch ein Drittel der Befragten (sehr) starkes Interesse an Wirtschaft, ist es aktuell nur noch rund ein Fünftel.

Mit Erschrecken reagierte der Deutsche Lehrerverband auf die Ergebnisse der Studie. „Die Ergebnisse dieser Studie machen mir nicht zuletzt als Staatsbürger Sorge – zumal in einer Zeit welt- und europaweit angespannter Wirtschaftslagen“, sagte Verbandspräsident Josef Kraus Handelsblatt Online. Ziel von Erziehung zu Hause sowie von Bildung in Schule, Berufsbildung und Hochschule müsse eben auch der „aufgeklärte, mündige Wirtschaftsbürger“ sein. Ebenso habe aber auch die Politik einen Bildungsauftrag: Sie müsse, da habe Bundespräsident Joachim Gauck durchaus Recht, ihr wirtschafts-, finanz- und währungspolitisches Handeln besser erklären. „Dieses Ziel wird ganz offenbar verfehlt, wie die Studie beweist.“

Als Konsequenz aus der Studie forderte Kraus von den Schulen deutlich mehr Einsatz für Wirtschaftsthemen. „Die allgemeinbildenden Schulen müssen  ihren Schülern bis zu deren Schulabschluss wenigstens 200 Unterrichtsstunden wirtschaftliche Grundbildung zukommen lassen“, sagte auch. Leider zeige sich derzeit auch in Fächern wie Geschichte, Politik und Geographie eher „die Tendenz, konkretes Wissen immer mehr zugunsten vager Kompetenzdefinitionen zu kappen“. Das sei aber der „Gang in die Unmündigkeit“. Denn wirtschaftspolitisches Urteilsvermögen setze erst einmal konkretes Wissen um Fakten und Gesetzmäßigkeiten voraus.

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Lücken auch beim Wirtschafts- und Finanzwissen

Kommentare zu " Umfrage: Jugendliche geben Euro keine Chance"

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  • Was reden sie da für einen Blödsinn, das BVerG hat den ESM nicht gestoppt, das kann es gar nicht, das kann nur der Bundespräsident. Das Gericht hat noch gar keine Entscheidung getroffen.

  • Silvercoin82: "habe mir extra die Mühe gemacht, mich hier einzuloggen, um euch noch mal aus "jugendlicher" Sicht zu erklären, dass wir sehr wohl die komplexen Zusammenhänge des kranken Systems verstanden haben und deswegen dem Euro den Tod wünschen und es kaum erwarten können.
    Schönen Tag noch ihr alten, verkalkten Penner! Haltet mal schön an eurem Euro fest, aber heult dann bitte später bitte nicht herum!!"

    Als 24-jähriger Rettungssanitäter habe ich nicht nur eine "jugendliche" Sicht, sondern etwas Ahnung von echten und vorgetäuschten Rettungen, also auch von der vorgetäuschten "Euro-Rettung".

    Hier und auch im Bundestag am 29.06.2012 konnte man erfahren, dass Schäuble und seine Merkel zwei Jahre unter dem Deckmantel der „Euro-Rettung“ den Reichen die Gelegenheit gegeben haben, ihre Euros auf Kosten unserer Staatskasse und unserer Zukunft (Bürgschaften) zu retten, nicht ohne Folgen für den Euro.

    Indem diese Kapitalbesitzer ihr Kapital aus der Eurozone heraus geschafft haben – nach Vorbild der griechischen Reichen und Reeder, haben sie den Euro gewaltig geschwächt, sodass er dadurch wirklich zum Pflegefall wird. Die Reichen brauchen den Euro jetzt nicht mehr.

    Schönen Tag noch, Silvercoin, du „jugendlicher“, gekaufter und verblendeter Penner! Schimpf hier bitte nicht unqualifiziert herum!! Auf deine „extra Mühe“ können wir jungen Leute gut verzichten".

  • < Falsch Herr Kemmer, ganz falsch! Nutzen wir gemeinsam diese Hoffnung machende Studie um ...aus den Fängen der Indoktrinierung durch Sie und ihresgleichen zu befreien.>

    Mein Stiefvater bekommt auch Zustände, wenn er den Namen Michael Kemmer hört, er kennt ihn aus seiner Zeit im Donau-Ries. Er hat uns Bayern Milliarden an Euro gekostet, die er als Chef der BayernLB zusammen mit den obersten CSU-Politikern in Kärnten bei Jörg Haiders Hypo AlpeAdria verzockt hat. Das bairische Staatsvolk (Freistaat Bayern!) musste die BayernLB mit 10 Milliarden Euro „retten“. Trotzdem wurde weiter gezockt und beim Jorgo Papandreou in Athen mussten vor kurzem weitere 800 Mio. „wertberichtigt“ werden, sind also futsch. Wegen ihrer Spendierfreude sind (waren) deshalb die deutschen Top-Politiker und Landesbänker im Ausland so beliebt – leider auf unsere Kosten. Kemmer wurde zwar entlassen, wegen seines Insider-Wissens wurde er jedoch nicht wegen Veruntreuung bestraft, sondern er wurde nahtlos zum Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken befördert, wo er als Lobbyist und Propagandist weiter sein Unwesen zum Schaden der Deutschen treiben kann, anstatt sich um die Billionen in Schrottpapieren seines Verbandes im Ausland „zu kemmern und sie zu rütten“.

    Wäre doch ein Fall für die FW und den Bund der Steuerzahler Bayerns sowie dem aktiven Bund der Steuerzahler Europas mit Sitz in München (European Taxpayers).

    Übrigens sollte die Staatsanwaltschaft Augsburg (nicht München wg. Befangenheit) weiter ermitteln, vielleicht gibt es auf der schwarzen Südschiene S – M auch SMS-Verkehr wie jetzt bei den Spezln Mappus und Notheis ermittelt wurde (das schwäbische Wort für Spezl fällt mir gerade nicht ein, die zwei Schlaule?). Die dritte im Bunde wäre die ex-Ministerin Gönner ihres Gönners Mappus.

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