Umfrage
Mehrheit der Deutschen will feste Grenze für Managergehälter

Die Schweizer stimmen am Wochenende über eine Obergrenze für Managergehälter ab. Auch die Mehrheit der Deutschen würde sich eine ähnliche Regelung wünschen, zeigt eine exklusive Umfrage.
  • 18

Düsseldorf/ZürichIn der Schweiz steht das Aktionärsrecht vor einer einschneidenden Änderung. Am Sonntag stimmt die Bevölkerung darüber ab, ob die Anteilseigner jedes Jahr die Gehälter der Vorstände genehmigen müssen. Die Debatte ist längst nach Deutschland geschwappt.

In einer repräsentativen Studie im Auftrag von Handelsblatt Online haben sich rund 79 Prozent der Teilnehmer dafür ausgesprochen, dass auch in Deutschland die Aktionäre Gehälter der Vorstände und Aufsichtsräte absegnen müssen. Eine fast identische Mehrheit votierte in der Umfrage des Online-Markforschungsunternehmens Mafo auch für feste Obergrenzen für Gehälter und Boni der Manager.

Vor allem Bürger über 46 Jahren plädierten mit einer deutlichen Mehrheit für schärfere Regeln und eine Deckelung der Gehälter. Jedoch halten fast 30 Prozent der jüngeren Teilnehmer (18-30 Jahre) diese neue Regelungen  für nicht notwendig.

Die Schweizer-Initiative zur Begrenzung der Manager-Gehälter geht auf den Politiker und Unternehmer Thomas Minder zurück. Mit seiner "Volksinitiative gegen die Abzockerei" will Minder Lohnexzesse von Verwaltungsräten und Managern börsennotierter Unternehmen eindämmen und die Rechte der Aktionäre stärken.

Und die Chancen stehen gut, dass die Schweizer am Sonntag "Ja" zu Minders Gesetzesvorschlägen sagen. Jüngste Umfragen ergaben eine Zustimmung von 64 Prozent. Überrissene Boni, großzügige Antrittszahlungen und hohe Abgangsentschädigungen in den Teppichetagen sorgen in der Bevölkerung seit Jahren für Unverständnis und Empörung. Wasser auf die Mühlen war zuletzt die 72 Millionen Franken schwere Abgangszahlung für Daniel Vasella. Erst nach einem öffentlichen Aufschrei verzichtete der scheidende Präsident des Pharmariesen Novartis, einer der bestbezahlten Manager des Landes, auf die Entschädigung.

Seite 1:

Mehrheit der Deutschen will feste Grenze für Managergehälter

Seite 2:

Das Thema reißt in der Schweiz Gräben auf

Kommentare zu " Umfrage: Mehrheit der Deutschen will feste Grenze für Managergehälter"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Mehrheit der Deutschen sind keine Manager. Wenn sie die Managergehälter kontrollieren wollen, sollen sie Aktionäre werden, sich in die Aufsichtsräte wählen lassen und für ihre Interessen eintreten. Ansonsten gehen diese Gehälter sie nichts an!

  • Den meisten, die mal im Ausland etwas länger gelebt und gearbeitet haben, fällt die stark ausgeprägte deutsche Neidgesellschaft auf. Anderen nicht. Die denken, dass Regulierung etwas mit Gerechtigkeit zu tun hat. Hat es aber nicht. Aber kann man Unwissenden Ignoranz vorwerfen? Regulierung ist der Feind der Freiheit und des Individualismus, und hilft nur in Ausnahmefällen der Gemeinschaft, wohl aber immer den Regierungen. Daher weg mit den Regulierungen!

  • @gws
    Wenn der Fußballer versagt, dann verschwindet er schnell, ganz ohne Boni und keine 10.000 Mitarbeiter landen auf der Strasse. Bei dem Manager ist es das Gegenteil. Ohne Erfolg entlässt er 10.000 Leute und kassiert dazu noch dicke Boni. Ein Risiko trägt er nie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%