Umfragen
TV-Duell ist Sarkozys letzte Chance

Beim Zweikampf um die Präsidentschaft zwischen Hollande und Sarkozy liegt der Herausforderer weiter vorn. Der Sozialist kann bei der Wahl am Sonntag auf eine Mehrheit hoffen. Doch so schnell gibt Sarkozy nicht auf.
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ParisLetzter Höhepunkt im Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich: In einem großen TV-Duell wollten Amtsinhaber Nicolas Sarkozy und sein sozialistischer Herausforderer François Hollande am Mittwochabend die noch unentschlossenen Wähler mobilisieren. Sie sind vor allem für Sarkozy von großer Bedeutung. Denn Hollande konnte laut Umfragen bis unmittelbar vor der TV-Debatte seine Favoritenrolle mit leicht geschrumpftem Vorsprung halten.

Nach den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen des Instituts TNS wollten 53,3 Prozent der wahlberechtigten Franzosen am Sonntag für den Hollande stimmen. Sarkozy lag nur auf 46,5 Prozent. In einer anderen Umfrage des Ifop-Instituts erzielte Hollande sogar 54 Prozent, Sarkozy lag weiter abgeschlagen bei 46 Prozent. Die Meinungsforscher wiesen allerdings darauf hin, dass der Abstand zwischen den beiden Kontrahenten zuletzt kleiner wurde. Bei der vorangegangenen TNS-Befragung vor rund einer Woche hatte dieser noch bei neun Prozentpunkten gelegen.

Das große TV-Duell sollte das erste und einzige direkte Aufeinandertreffen der beiden Kandidaten werden. Für die Debatte waren ab 21.00 Uhr zweieinhalb Stunden Sendezeit eingeplant. TV-Experten rechneten mit rund 20 Millionen Zuschauern.

Die spannende Frage ist, wie sich die Wähler verhalten, die ihre Stimme in der ersten Runde einem der dann ausgeschiedenen Kandidaten gegeben hatten. Die Chefin der rechtsextremen Front Nationale, Marine le Pen, hatte es am Dienstag abgelehnt, ihren Anhängern eine Wahlempfehlung zu geben. Sie war im ersten Wahlgang auf knapp 18 Prozent gekommen.

Unterdessen wies die Bundesregierung in Berlin Berichte des französischen Rundfunksenders RMC über mögliche Geheimabsprachen mit dem Team Hollandes zurück. Der Sender hatte behauptet, dass verabredet worden sei, im Falle eines Wahlsiegs des Sozialisten das Wachstum in Europa durch eine 0,01-prozentige Finanztransaktionssteuer anzukurbeln.

Regierungssprecher Steffen Seibert betonte in Berlin, „dass es keine solchen Verabredungen zwischen der Bundesregierung und dem sozialistischen Kandidaten gibt, weder offene noch geheime“.

Bereits am Montag hatte die EU-Kommission in Brüssel Spekulationen widersprochen, wonach ein „Marshallplan“ für mehr Wachstum mit einem Umfang von 200 Milliarden Euro in Vorbereitung sei. Entsprechende Forderungen gehören zu den Kernpunkten von Hollandes Wahlprogramm.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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