UMP-Wahl
Frankreichs Konservative versinken im Führungsstreit

Die Nachfolge von Nicolas Sarkozy an der Spitze der konservativen UMP wird zur Machtposse. Nach der Wahl von Jean-Francois Cope zum Parteichef hat Konkurrent Francois Fillon das Ergebnis angefochten.
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ParisAuch nach der Ausrufung von Generalsekretär Jean-Francois Cope zum Parteichef geht der Führungsstreit bei den französischen Konservativen weiter. Die UMP des früheren Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy erklärte Cope am Montag zum Sieger der Urwahl des Vorsitzenden, doch focht sein unterlegener Rivale Francois Fillon das Ergebnis umgehend an. Sarkozy, den sich zwei Drittel der UMP-Anhänger 2017 als Präsidentschaftskandidaten wünschen, soll den Konflikt zwischen dem harten rechten Flügel um Cope und den Zentristen um Fillon beilegen.

Eine Nachzählung der parteiinternen Wahl habe ergeben, dass Cope die Abstimmung mit einem Vorsprung von 952 Stimmen gewonnen habe, teilte die UMP mit. Schon vor einer Woche war der Bürgermeister einer Pariser Vorstadt mit dem hauchdünnen Vorsprung von 98 Stimmen zum Sieger der Urwahl erklärt worden. Fillon hatte das Ergebnis angefochten und gesagt, er hätte die Wahl mit 26 Stimmen gewonnen, wenn Stimmzettel aus den französischen Übersee-Besitzungen berücksichtigt worden wären. Beide Lager hatten einander Wahlbetrug vorgeworfen.

Cope rief die Partei zur Geschlossenheit auf. Die Nachzählung habe einen noch größeren Vorsprung für ihn ergeben, sagte er. "Das Ergebnis liegt vor. Jeder muss es nun respektieren." Doch Fillon stellte das Resultat umgehend in Frage. Vor Bekanntgabe des neuen Ergebnisses hatten sich Sarkozy und Fillon zum Essen getroffen. "Sarkozy hat als einziger die Autorität eine Lösung vorzuschlagen, wo ich keine sehe", sagte UMP-Mitbegründer und Ex-Premier Alain Juppe, der den früheren Präsidenten zum Eingreifen aufgefordert hatte.

Der konservative "Figaro" kommentierte den Machtkampf bei der UMP als "Selbstmord vor laufender Kamera". Der Streit werde noch lange nachwirken, zeigte sich auch der Frankreich-Experte Arthur Goldhammer von der Harvard-Universität überzeugt. "Wie die Partei danach weitermachen wird, ist schwer abzusehen." Als äußersten Fall halten Experten eine Spaltung der vom früheren Präsidenten Jacques Chirac gegründeten UMP für möglich.

Dem mit einer schwierigen Wirtschaftslage und schlechten Umfragewerten kämpfenden sozialistischen Präsidenten Francois Hollande dürfte die Krise der UMP eine willkommene Atempause verschaffen.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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