Umsetzung für 2007 vorgesehen
Griechenland plant Einheitssteuer

Erstmals plant einer der alten EU-Mitgliedstaaten eine radikale Vereinfachung des Steuersystems mit Hilfe einer einheitlichen Niedrigsteuer. Der Gesetzentwurf für eine solche Flat Tax solle noch in diesem Herbst ins Kabinett kommen, kündigte Wirtschafts- und Finanzminister Jorgos Alogoskoufis in Athen an.

HB ATHEN. Griechenland würde damit dem Beispiel einer Reihe osteuropäischer Staaten folgen, die bereits entsprechende Initiativen unternommen haben. Für besondere Aufmerksamkeit dürfte der Vorstoß der griechischen Regierung in Deutschland sorgen. Hier wird derzeit intensiv über ein ähnliches Modell diskutiert, das Ex-Verfassungsrichter Paul Kirchhof, Mitglied im Kompetenzteam der Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU), für Deutschland vorschlägt.

Die von der konservativen griechischen Regierung in mehreren Schritten geplante Einführung der Flat Tax soll im Rahmen einer weitgehenden Steuerreform realisiert werden. Nach der bereits beschlossenen schrittweisen Senkung der Unternehmensteuern von bisher 35 auf 25 Prozent im Jahr 2007 sollen nun auch das Einkommensteuersystem vereinfacht und die Belastung mittlerer und hoher Einkommen reduziert werden. Alogoskoufis will so Wachstumsimpulse für die Wirtschaft setzen und die grassierende Steuerhinterziehung eindämmen.

Die Steuerreform soll ab 2007 schrittweise umgesetzt werden. Derzeit gibt es bei der griechischen Einkommensteuer drei Progressionsstufen. Jenseits des Grundfreibetrags von 11 000 Euro jährlich werden Einkommen bis 13 400 Euro mit 15 Prozent und Jahreseinkommen bis 23 400 Euro mit 30 Prozent besteuert. Darüber greift der Spitzensteuersatz von 40 Prozent. Ab 1. Januar 2007 soll er auf 38 und der mittlere Satz auf 29 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig wird der Grundfreibetrag auf 12 000 Euro angehoben. In drei weiteren Schritten, so die Planung, sollen die beiden oberen Progressionsstufen bis zum Jahr 2010 bei 25 Prozent angeglichen werden, der künftigen Flat Tax. Zum Ausgleich für die Abschaffung des bisherigen Eingangssteuersatzes von 15 Prozent soll der Grundfreibetrag erhöht werden.

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