Umstrittene Äußerung
EU kritisiert serbischen Präsidenten

Der neue serbische Präsident sorgt mit einer Äußerung für Wirbel. Tomislav Nikolic hatte in einem Interview den Völkermord von Srebrenica geleugnet. Jetzt reagiert die EU.
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AarhusDie Europäische Union hat den neuen serbischen Präsidenten Tomislav Nikolic wegen seiner Äußerungen über das Massaker von Srebrenica scharf kritisiert. „Das war ein Schritt in die falsche Richtung“, sagte der dänische Europaminister und derzeitige EU-Ratspräsident Nicolai Wammen am Sonntag in Aarhus nach eine Gespräch mit Vertretern von fünf Beitrittskandidaten der EU, darunter auch Serbien.

Nikolic hatte in Interviews gesagt, in Srebrenica habe „kein Völkermord stattgefunden“. Das Massaker vom Juli 1995 sei aber „ein schreckliches Verbrechen“ von Serben gewesen. In Srebrenica waren schätzungsweise 8000 Bosniaken von serbischen Soldaten und Milizen umgebracht worden. Nikolic hatte auch gesagt, das ostkroatische Vukovar sei „eine serbische Stadt“.

Wammen, der derzeit dem EU-Ministerrat vorsitzt, hatte in Aarhus mit Vertretern der fünf Beitrittskandidaten Island, der früheren jugoslawischen Republik Mazedonien, Montenegro, Serbien und der Türkei gesprochen. „Das war höchst unwillkommen“, sagte Wammen zu den Äußerungen Nikolic'. „Aber ich hoffe auch, dass Präsident Nikolic in seiner Wortwahl und in seinen Taten zeigen wird, dass auch der neue serbische Präsident der EU-Mitgliedschaft Serbiens so verpflichtet ist wie wir es vom vorherigen Präsidenten (Boris Tadic) kennen.“

Nikolic wird am Donnerstag in Brüssel zu einem Antrittsbesuch bei der EU erwartet. EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle sagte in Aarhus, die Europäische Union fordere von Serbien keine Anerkennung des Kosovos als Voraussetzung für Beitrittsverhandlungen. „Wir reden über Normalisierung der Beziehungen“, sagte er. Von Serbien und vom Kosovo werde „weiterer Fortschritt in den Beziehungen, eine weitere Normalisierung“ erwartet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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