Umstrittene Gehaltserhöhung
Wolfowitz holt sich prominente Hilfe

Der angeschlagene Weltbank-Präsident Paul Wolfowitz setzt in der Affäre um die Gehaltserhöhung seiner Freundin auf die Unterstützung eines bekannten Anwalts. Der Washingtoner Jurist Robert Bennett hatte einst den früheren US-Präsidenten Bill Clinton gegen Vorwürfe sexuellen Missbrauchs verteidigt. Indes wächst die Kritik an Wolfowitz. Auch Berlin findet klare Worte.

HB WASHINGTON. Bennett teilte am Montag mit, er wolle den Fall vor einem Sonderausschuss vortragen. „Wir erwarten, dass die Bank Herrn Wolfowitz einen fairen Prozess ermöglicht und uns die Chance gibt, zu zeigen, dass er völlig sauber und ethisch korrekt gehandelt hat“, sagte Bennett. Wolfowitz habe nicht die Absicht, zurückzutreten. Gleichsam sei er nicht eingestellt worden, um eine Abfindung auszuhandeln, betonte er.

Wolfowitz ist unter Druck geraten, weil er bei seinem Amtsantritt 2005 seine damals bei der Weltbank arbeitende Freundin Shaha Riza befördert und ihr Gehalt erhöht hatte. Erst danach wurde Riza dem US-Außenministerium zugeordnet, um einen Interessenkonflikt zu vermeiden. Kreisen zufolge wird über das Schicksal von Wolfowitz noch in dieser Woche entschieden.

Unterdessen wächst der Druck auf den Weltbank-Chef weiter – auch in den eigenen Reihen. Eine Gruppe von 42 Ex-Managern der Finanzorganisation hat ihn zum Rücktritt aufgefordert: „Wir glauben, dass er nicht mehr wirkungsvoll führen kann“, heißt es in ihrem Schreiben an die britische „Financial Tim“es. Die Bundesregierung stellte sich hinter die Rücktrittsforderung, die Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul am Wochenende geäußert hatte.

In dem Schreiben der Ex-Weltbank-Manager heißt es, Wolfowitz habe das Vertrauen der Mitarbeiter auf allen Ebenen verloren, seine eigene Glaubwürdigkeit beim Thema Regierungsführung - seinem Paradethema - beschädigt und wichtige Anteilseigner entfremdet. Auch aus Berlin erhöht sich der Druck: Regierungssprecher Ulrich Wilhelm betonte gestern, dass die Bundesregierung hier mit einer Stimme spreche und die Position von Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul abgesprochen sei. Die Ministerin hatte am Wochenende offen einen Rücktritt gefordert und die Situation als „untragbar“ bezeichnet. Wilhelm betont, man vertraue darauf, dass sich die Weltbank bei der Prüfung des weiteren Vorgehens „an den hohen eigenen Maßstäben“ orientiere.

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