Umstrittene Guantánamo-Anhörung
Bin Ladens Fahrer vor Militärtribunal

Im ersten Militärtribunal der USA seit dem Zweiten Weltkrieg ist Terrorklage gegen einen früheren Fahrer von Osama bin Laden erhoben worden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte unterdessen erneut das fehlende Recht auf ein Berufungsverfahren.

HB WASHINGTON. Zweieinhalb Jahre nach ihrer Verhaftung müssen sich seit Dienstag die ersten vier Guantánamo-Häftlingen wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Terroraktionen vor einer Militärkommission verantworten. Die umstrittenen Vorverhandlungen begannen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen auf dem US-Stützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba.

Zuerst erschien nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN der Jemenit Salim Ahmed Hamdan. Der 34-Jährige arbeitete mehrere Jahre als Fahrer von Terror-Drahtzieher Osama bin Laden und wurde im November 2001 gefangen genommen. Menschenrechtsorganisationen haben die geplanten Prozesse gegen Hamdan und 14 seiner Mitgefangene vor der Militärkommission - einer Sonderform des Militärtribunals - im Vorfeld als unfair bezeichnet.

Hamdan betrat laut CNN mit einem weißen Gewand bekleidet, lächelnd den Gerichtssaal und schüttelte seinem Verteidiger die Hände. Seine Familie hatte vor der Anhörung erklärt, Hamdan habe als Fahrer Bin Ladens nur seinen Lebensunterhalt verdient.

Nach dem Willen von US-Präsident George W. Bush sollen insgesamt 15 von 585 Guantánamo-Häftlinge vor der Militärkommission angeklagt werden. Nach Pentagon-Angaben handelt es sich um die ersten US- Militärkommissionen gegen ausländische Staatsbürger seit 1948.

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