Umstrittene Personalie
Cameron ernennt Murdoch-Vertrauten

David Cameron hat einen Murdoch-Vertrauten zu seinem neuen Gesundheitsminister ernannt. Doch nicht nur die Nähe seines Ministers zur Wirtschaft setzt den britischen Premierminister unter Druck.
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London Angesichts wachsender Spannungen in seiner Koalition hat der britische Premierminister David Cameron am Dienstag sein Kabinett umgebildet. Den umstrittenen bisherigen Kulturminister Jeremy Hunt, dem eine zu große Nähe zum Konzern von US-Medienzar Rupert Murdoch vorgeworfen wird, ernannte er zum Gesundheitsminister. Außenminister William Hague, Innenministerin Theresa May und Finanzminister George Osborne behielten bei der ersten Kabinettsumbildung in Camerons Amtszeit ihre Ämter.

Der konservative Cameron steht wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage Großbritanniens und anhaltender Streitigkeiten mit seinem liberaldemokratischen Koalitionspartner unter Druck. Offenbar um den Europaskeptikern in seiner Partei entgegenzukommen, entließ Cameron auch den bei den Konservativen umstrittenen Justizminister Kenneth Clark. Sein Nachfolger wird der politisch weiter rechts stehende Chris Grayling, ein Neuling im Kabinett.

Hunt hatte Ende Mai vor einer Untersuchungskommission zur Medienethik SMS-Kontakte zu Murdochs Medienimperium eingeräumt. Vor dem Gremium zur Aufarbeitung des Abhörskandals um das inzwischen eingestellte Boulevardblatt "News of the World" gab er zu, Murdochs Sohn James im Dezember 2010 in einer Handynachricht dazu beglückwünscht zu haben, dass die Europäische Union grünes Licht für die geplante Übernahme des britischen Bezahlsenders BSkyB gegeben habe. Weitere SMS-Kontakte gab es demnach im März 2011.

Hunt verschickte die Glückwunsch-SMS genau an dem Tag, an dem Cameron ihn damit beauftragte, zu prüfen, ob eine Übernahme von BSkyB durch Murdochs Konzern die Medienvielfalt in Großbritannien einschränkt. Hunt sagte allerdings aus, er habe unbefangen agiert. Im April war ein Berater Hunts zurückgetreten, nachdem die Kommission öffentlich gemacht hatte, dass dieser vertrauliche Informationen an Murdochs Konzern weitergegeben hatte. Auf die Übernahme von BSkyB hatte das Unternehmen nach Bekanntwerden des Abhörskandals im Juli 2011 verzichtet.

Journalisten der "News of the World" sollen illegal die Telefone von hunderten Menschen abgehört haben, vor allem von Prominenten aus der Politik und dem Showgeschäft. Auch Handymailboxen von Angehörigen getöteter Soldaten sowie eines entführten Mädchens sollen geknackt worden sein.



afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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