Umstrittene Präsidentenwahl
Bush kündigt Sanktionen gegen Simbabwe an

US-Präsident George W. Bush hat die Stichwahl in Simbabwe als "Schande" bezeichnet und Sanktionen gegen das Regime von Machthaber Robert Mugabe angekündigt. Derweil lässt Mugabe seine Vereidigung noch vor dem offiziellen Endergebnis vorbereiten.

HB HARARE/WASHINGTON. Nach der umstrittenen Präsidentenwahl in Simbabwe hat US-Präsident George W. Bush Sanktionen gegen die Regierung von Robert Mugabe angekündigt. Die Stichwahl mit Mugabe als einzigem Kandidaten sei eine Schande, sagte Bush am Samstag. Die afrikanischen Staaten sprachen sich dagegen gegen internationale Strafmaßnahmen aus.

Bush erklärte, er habe das Außen- und das Finanzministerium wegen der "eklatanten Missachtung" von Demokratie und Menschenrechten damit beauftragt, ein Waffenembargo und Reisebeschränkungen für Regierungsmitglieder auszuarbeiten. Die Sanktionen seien gegen "die illegitime Regierung von Simbabwe und diejenigen, die sie unterstützen" gerichtet.

Der britische Premierminister Gordon Brown bezeichnete die Stichwahl als "neuen Tiefpunkt" für den südafrikanischen Staat. Die Weltgemeinschaft lehne "das illegitime Regime des Robert Mugabe" ab, sagte Brown und forderte die afrikanischen Staaten auf, Mugabes Herrschaft ein Ende zu setzen. Zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat sein Bedauern über die umstrittene Abstimmung geäußert.

Derweil begannen in Simbabwes Hauptstadt Harare noch vor der Verkündung des offiziellen Endergebnisses die Vorbereitungen für die Vereidigung von Amtsinhaber Robert Mugabe. Augenzeugen berichteten über Zelte, die auf dem Gelände des Präsidentenpalastes errichtet würden. Die Wahlkommission hatte eine Bekanntgabe des Ergebnisses für das Wochenende in Aussicht gestellt, da Mugabe an dem Montag beginnenden Gipfel der Afrikanischen Union (AU) in Ägypten teilnehmen will. Beobachter gehen davon aus, dass seine Vereidigung vor seiner Abreise stattfinden wird.

Nach Angaben von Wahlbeobachtern war die Beteiligung an der Abstimmung am Freitag sehr gering. Viele Wähler seien nur aus Angst zu den Urnen gegangen, sagte der Leiter des Beobachterteams des Pan-Afrikanischen Parlaments, Marwick Khumalo. Die Wahlbeteiligung sei "sehr, sehr niedrig". Außerdem hätten viele Wähler ihren Stimmzettel absichtlich ungültig gemacht oder für Tsvangirai gestimmt. Khumalo widersprach damit der staatlichen Zeitung "The Herald", die eine hohe Wahlbeteiligung vermeldete.

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