Umstrittene Reise
Rodman will in Nordkorea „Tür öffnen“

Der ehemalige US-Basketballer Dennis Rodman ist erneut nach Nordkorea gereist. Sein Ziel: Türen öffnen. Der Amerikaner wurde in der Vergangenheit mehrfach für die Besuche beim nordkoreanischen Diktator kritisiert.
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SeoulDer ehemalige US-Basketballstar Dennis Rodman ist im international isolierten Nordkorea eingetroffen, um nach eigenen Worten „eine Tür zu öffnen“. Es ist Rodmans vierter Besuch in Pjöngjang, aber erst der erste seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump und den wegen wiederholter Raketentests verschärften internationalen Sanktionen. Er glaube, dass der Präsident froh über seine Reise sein werde, sagte Rodman, der einst in Trumps Reality-TV-Show „Celebrity Apprentice“ auftrat.

Auf die Frage, ob er auch über in Nordkorea inhaftierte Amerikaner sprechen wolle, sagte Rodman: „Das ist gerade nicht mein Ziel.“ Der frühere NBA-Star bereiste das Land bereits mehrfach und ist dafür wiederholt kritisiert worden. Vor drei Jahren sorgte er mit einem Geburtstagsständchen für Machthaber Kim Jong Un für Aufsehen.

Während des Aufenthalts sagte er damals, ein amerikanischer Missionar sei selbstverschuldet in Gefangenschaft in Nordkorea gelandet. Später entschuldigte er sich für die Aussage. Es ist Rodmans erster Besuch seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump.

Die militärischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wurden unterdessen von einem Zwischenfall um das umstrittene amerikanische Raketenabwehrsystem THAAD illustriert: Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums vom Dienstag stürzte eine mutmaßliche nordkoreanische Drohne nahe der Grenze ab, nachdem sie die Raketenstellung überflogen hatte. Südkoreanische Ermittler hätten Hunderte von Fotos entdeckt, die eine in der Drohne eingebaute Kamera des japanischen Herstellers Sony aufgenommen habe.

Zehn der Fotos zeigten US-Raketenwerfer und ein Radarsystem, das dieses Jahr in Seongju im Südosten Südkoreas installiert wurde. Nordkorea hat THAAD als Provokation bezeichnet. Aber auch China lehnt dessen Stationierung in Südkorea ab und befürchtet, dass das Radarsystem in das eigene Land spähen könnte.



Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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