Umstrittene Statistik der US-Regierung
Terroristen töteten 1907 Menschen

Mehr als 1900 Menschen starben laut US-Regierung im vergangenen Jahr bei Terroranschlägen - drei Mal so viel wie im Jahr 2003. Eine statistische Ohrfeige für George W. Bush.

HB WASHINGTON. Dem am Mittwoch vorgelegten "Terrorismus-Bericht" zufolge starben im vergangenen Jahr 1907 Menschen durch „maßgebliche terroristische Anschläge“, 6704 seien verletzt worden. 650 Mal hätten die Terroristen zugeschlagen. 2003 seien es noch 625 Tote und 3646 Verletzten gewesen.

Das US-Außenministerium spielte den Anstieg herunter. Er sei auf ein neues Zähl- und Bewertungssystem zurückzuführen. Die Zahlen von 2004 seien deshalb nicht mit denen aus den Vorjahren vergleichbar.

Die Zahlen gelten als politisch sensibel, da die US-Regierung im vergangenen Jahr mit fehlerhaften Statistiken Erfolge im Kampf gegen den internationalen Terrorismus untermauern wollte. Nach heftiger Kritik der US-Demokraten im Kongress hatte die Regierung die Zahlen angehoben.

Der Irak bleibt aus Sicht des US-Außenministeriums das „zentrale Schlachtfeld“ im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Allein 554 Tote wurden bei 201 Anschlägen im Irak verzeichnet. 2003 waren es 117 Tote und 22 Anschläge gewesen.

Im Kaschmir-Konflikt kamen den jüngsten US-Angaben zufolge 434 Menschen bei 284 Anschlägen ums Leben. Zwölf Monate zuvor seien es 111 Opfer bei 52 Angriffen gewesen.

In dem neuen Jahresbericht wird Kuba, Iran, Libyen, Nordkorea, Sudan und Syrien vorgeworfen, Terrorismus weiterhin als Mittel ihrer Politik zu verfolgen. Außerdem stufte das Außenministerium weltweit 40 Gruppen als Terrororganisationen ein. Dazu gehören auch die radikal-islamischen Hisbollah-Milizen im Libanon und die palästinensische Hamas- Bewegung.

Unbeirrt von internationaler Kritik halten die USA an ihrer Anti-Terror-Startegie fest. „Terrorismus bleibt die weltweit größte Gefahr, gegen die kein Land immun ist“, sagte der Rechtsberater im Außenministerium Philip Zelikow. Der Trend von einer zentralen Planung von Terroranschlägen hin zu lokalen Gruppen, die Anschläge begehen, mache eine enge internationale Zusammenarbeit unabdingbar.

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