Umstrittene Steuervorteile
Labour setzt Private Equity unter Druck

In Großbritannien wird der Druck auf die Private-Equity-Branche immer größer. Nach langen Diskussionen denkt die Labour-Regierung darüber nach, umstrittene Steuervorteile für die Beteiligungsgesellschaften zu streichen. Derzeit arbeitet jeder fünfte britische Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft bei einem Betrieb, der Finanzinvestoren gehört.

mm/pk LONDON. Der einflussreiche Staatssekretär im britischen Finanzministerium, Ed Balls, kündigte am Donnerstag in einer Rede an, dass die Regierung die Steuerbefreiung für einen Teil der Fremdfinanzierung von Übernahmen bis Ende des Jahres überprüfen werde.

In Großbritannien tobt derzeit eine heftige Diskussion um das Thema Private Equity. Kritik an den Beteiligungsgesellschaften kommt vor allem von den Gewerkschaften, die ihren politischen Einfluss auf die regierende Labour-Partei nutzen, um den Druck auf die „Heuschrecken“ zu erhöhen.

Vor wenigen Wochen verschickte Paul Kenny, Chef der Gewerkschaft GMB, einen Brief an alle 352 Labourabgeordneten des Unterhauses: Es sei an der Zeit, den „unregulierten und unverantwortlichen“ Aktivitäten von Finanzinvestoren „Zügel anzulegen“. Die Abgeordneten sollen von Schatzkanzler Gordon Brown die Änderung der Steuergesetze verlangen. Mit Steuergeschenken wie Zinsabschreibungen für die Kredite, mit denen Private-Equity-Fonds, ihre Übernahmen finanzieren, müsse Schluss sein. GMB-Funktionär Pat Maloney drohte: „Wir können den ultimativen Showdown versprechen, politisch und industriell.“

Die Gewerkschaften werfen den Fonds vor, dass sie Arbeitsplätze vernichten und die übernommenen Firmen finanziell aussaugen. In Großbritannien arbeitet nach dem Private-Equity-Boom der vergangenen Jahre mittlerweile jeder fünfte Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft, bei einem Unternehmen, das Finanzinvestoren gehört.

Zuletzt sorgte das Interesse eine Private-Equity-Konsortiums aus den Firmen CVC, KKR und Blackstone an der Supermarktkette Sainsbury’s für Aufregung. Der Wert des Einzelhändlers wird auf bis zu elf Mrd. Pfund geschätzt.

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