Umstrittene Sudan-Region
Konfliktherd wird entmilitarisierte Zone

Hoffnung für den Sudan: Die fruchtbare und erdölreiche Region Abyei soll entmilitarisiert werden. Erst kürzlich gab es Ausschreitungen um die Grenzregion zwischen dem Norden und Süden des Landes.
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Addis AbebaIm Streit um die fruchtbare und ölreiche Region Abyei zeigen sich der Norden und der Süden des Sudans um Deeskalation bemüht. Weniger als drei Wochen vor der geplanten Unabhängigkeit des Süd-Sudans stimmten beide Seiten am Montag der Entmilitarisierung des Gebiets zu. Die Übereinkunft wurden durch den früheren südafrikanische Präsidenten Thabo Mbeki vermittelt. Die sudanesischen Streitkräfte würden gemäß der Vereinbarung Abyei räumen und Platz für äthiopische Friedenstruppen machen, sagte Mbeki. Außerdem soll eine Polizeieinheit aufgestellt werden, über deren Größe und Zusammensetzung Nord- und Südsudan gemeinsam entscheiden werden.

Der Einsatz der Äthiopier soll beginnen, sobald die Vereinten Nationen dafür grünes Licht geben. Die USA forderten eine rasche Entscheidung des UN-Sicherheitsrats. Ihre Botschafterin Susan Rice kündigte dazu die Vorlage eines Resolutionsentwurfs an. Truppen des Nordens hatten am 21. Mai den Hauptort der Region besetzt und damit eine Massenflucht ausgelöst. International nährte der Schritt die Sorge vor einer Rückkehr des afrikanischen Landes in den Bürgerkrieg.

Der Süden will am 9. Juli seinen Unabhängigkeit ausrufen. Die Bevölkerung der Region hatte sich im Januar in einem Referendum mit großer Mehrheit für die Loslösung vom Norden entschieden. Die Volksabstimmung war Teil eines Friedensabkommens von 2005, das einen mehr als 20 Jahre dauernden Bürgerkrieg beendete.

Offen sind allerdings so wichtige Fragen wie die Verwaltung Abyeis, die Aufteilung der Öleinnahmen, die Festlegung der Grenzen oder die Verteilung der Schulden des bisherigen gemeinsamen Staates. In der Grenzprovinz Süd-Kordofan, zu der Abyei gehört, hatten sich die Auseinandersetzungen zwischen dem Militär des Nordens und Milizen, die den Süden unterstützen, in der vergangenen Woche verschärft. Nach Angaben einer Hilfsorganisation zog die Regierung des Nordens in der Region Truppen zusammen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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