Umstrittenes Atomprogramm
Netanjahu droht dem Iran

Vor der UN-Vollversammlung gibt sich Israels Ministerpräsident Netanjahu kämpferisch. Trotz Entspannungssignalen aus Teheran wolle man ein iranisches Atomprogramm um jeden Preis stoppen.

New YorkWar es tatsächlich ein kurzer Aussetzer oder eine sorgsam inszenierte Kunstpause, bevor Benjamin Netanjahu am Dienstag als letzter von fast 200 Rednern zur UN-Vollversammlung sprach. Erst nach einigen Sekunden fing Israels Ministerpräsident mit lauter Stimme an: „Unser Volk hat zwei Prinzipien: Hoffnung und Wachsamkeit“, sagte er in New York. „Die Hoffnung führt uns in die Zukunft, die Wachsamkeit sichert sie.“ Wem die Wachsamkeit gilt, war nicht zu überhören: Israel macht sich Sorgen wegen des iranischen Atomprogramms - und antwortet mit einer klaren Drohung.

„Israel hat keine Wahl, als sich selbst zu verteidigen“, sagte Netanjahu mit donnernder Stimme. „Ich möchte es ganz klar sagen: Israel wird nicht erlauben, dass der Iran sich atomar bewaffnet. Auch wenn wir allein stehen sollten, werden wir viele, viele andere verteidigen.“ Deutlicher kann eine Drohung kaum sein, erst recht, wenn sie in einem Raum voller Diplomaten ausgestoßen wird.

Eine Woche zuvor hatte es vorsichtige, ganz vorsichtige Annäherungen in der UN-Vollversammlung gegeben. US-Präsident Barack Obama streckte der neuen iranischen Führung die Hand aus. Deren neuer Präsident Hassan Ruhani beteuerte ständig Friedenswillen und stellte sich damit als Gegenpol zu seinem vom Hass auf den Westen und die Juden getriebenen Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad dar. Und auch die Vorwürfe von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gegen Israel waren wie jedes Jahr scharf, aber längst nicht so scharf wie in den Jahren zuvor.

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Netanjahu droht dem Iran

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Netanjahu ist ein Mann der klaren Worte

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