Umsturz in der Ukraine: Russland zweifelt neue Führung an

Umsturz in der Ukraine
Russland zweifelt neue Führung an

Vereinbarungen zwischen Russland und der Ukraine sollen nach dem Machtwechsel bestehen bleiben. Dmitri Medwedew zweifelt allerdings die Gesetzmäßigkeit der neuen Führung an. Der Regierungschef sieht Landsleute in Gefahr.
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Sotschi Nach dem Machtwechsel in der Ukraine hat Russland die Gesetzmäßigkeit der neuen Führung angezweifelt. „Falls sich Leute, die in schwarzen Masken und mit Kalaschnikow-Sturmgewehren durch Kiew schlendern, als Regierung bezeichnen, so wird die Arbeit mit einem solchen Kabinett sehr schwierig sein“, sagte Regierungschef Dmitri Medwedew am Montag in Sotschi der Agentur Interfax. „Es gibt niemanden, mit dem wir dort sprechen können.“

Russland hatte wiederholt einen „Staatsstreich“ in der Ukraine kritisiert und vor einer Machtübernahme von Extremisten und Rechtsradikalen in Kiew gewarnt. Das Außenministerium in Moskau hatte am Vorabend Botschafter Michail Surabow zurück beordert. „Es besteht eine reale Gefahr für unsere Interessen sowie für Leben und Gesundheit unserer Landsleute“, sagte Medwedew.

Zugleich betonte der Regierungschef, alle juristisch bindenden Vereinbarungen mit der Ukraine blieben bestehen. Das gelte auch für das Abkommen über Gaslieferungen, für das es festgelegte Fristen gebe. „Was aber danach passiert, ist eine Frage zur Beratung mit der Führung ukrainischer Unternehmen wie auch mit der ukrainischen Regierung, falls es sie irgendwann gibt“, sagte Medwedew.

Russland hatte dem mittlerweile gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch Milliardenhilfen zugesagt. Kremlchef Wladimir Putin ließ die Auszahlung aber angesichts der revolutionären Umbrüche im nahezu maroden „Bruderstaat“ auf Eis legen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Russland ist nicht mehr Stalinistisch, ohne Putin waren wir schon lange im 3 Weltkrieg ! Janukowitsch ist vielleicht einer von x Korrupten Politiker, das ist in jeden Land auf der Welt gleich.
    Der Westen wird euch über den IWF Finanzieren und das haben sie auch in Afrika gemacht...! Und, geht es den Menschen in Afrika jetzt besser ?
    Wer Macht mit Gewalt an sich reist, wird Gewalt ernten. Denke an meine Worte wenn ihr den Russen anfleht euch zu helfen in spätestens 5 Jahren.

  • Medwedew spricht von einer realen Gefahr für die Interessen Russlands, sowie für das „Leben und Gesundheit unserer Landsleute“.

    Herr Medwedew ist verlogen! Zum einen spricht er von dem Staat Ukraine und dann behauptet er, es seien Landleute von Russland in Gefahr.

    Herr Medwedew hetzt die Menschen eines unabhängigen Staates auf, um eine Bruderkrieg zu provozieren. Seit wann untersteht die Ukraine mit den Einwohnern russischer Abstammung dem eigenständigen Russland.
    Putin und Medwedew verstehen offensichtlich unter Nichteinmischung in die territoriale Integrität eines Staates, diesem unabhängigen Land zu drohen!

    Wenn in einem Land die Bewohner eine neue Regierung wählen sollen, warum fürchtet sich Herr Medwedew. Ich glaube jetzt an freie Wahlen. Unter dem Mörder Janukowitsch wären die Wahlen sowieso gefälscht worden.

    Wie sind denn die heutigen Urenkel Russlands an die Macht gekommen? Die Macht wurde Ihnen doch vererbt. Von freien Wahlen unter gleichberechtigten Parteien in Russland kann man wohl nicht sprechen.

    In der Ukraine wurde ein Despot und Diktator verjagt. Egal, ob man es Revolution oder Staatsstreich oder Befreiung nennt, der Mörder Janukowitsch musste weg.



  • Ruhig Blut. Die Unausweichlichkeit des Kriegführenmüssens ist nun endgültig auf Rußland zugekommen. Dies geht nur, wenn die trinitarisch geordneten Götterscharen ihren Entschluß Nordamerika zu zerstören, weitergehend umgesetzt und die USA deutlich geschwächt sind. Ostukraine und Veränderung im Zentralbankensystem muß davor entschieden werden.
    Ansonsten warten auf die Taten der Götter und dem Bösen ruhig ins Gesicht sehen.

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