Umwelt
Afrika fordert Milliarden-Entschädigung für Klimawandel

Zehn Länder Afrikas haben sich zusammengetan und wollen von Industrieländern jährlich 67 Mrd. Dollar Entschädigung für die katastrophalen Folgen des Klimawandels einfordern. Afrika ist die durch die Erderwärmung am stärksten gefährdete Weltregion.

HB ADDIS ABEBA.Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag am Rande eines afrikanischen Klima-Gipfels in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, bei dem die Staats- und Regierungschefs von zehn Ländern über eine gemeinsame Verhandlungsposition für die im Dezember in Kopenhagen anstehenden Gespräche über ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beraten. Afrika hat in den vergangenen Jahrzehnten kaum zum weltweiten Klimawandel beigetragen, wird aber nach Einschätzung von Experten in Zukunft am stärksten mit Dürren, Hungersnöten, Überschwemmungen sowie Völkerwanderungen zu kämpfen haben.

Bei den vergangenen Klimaschutzverhandlungen hätten unterschiedliche Standpunkte der afrikanischen Länder stets die Einflussmöglichkeiten auf das Ergebnis begrenzt, beklagten die afrikanischen Staats- und Regierungschefs laut Entwurf in ihrer Abschlusserklärung. Das Verhandlungsteam für Kopenhagen müsste deshalb "mit dem politischen Gewicht von oberster Stelle" gestärkt werden, damit Afrikas Stimme ernster genommen werde.

Entwicklungsländer haben nach einer im Mai veröffentlichten Studie mehr als 90 Prozent der Lasten in Folge des Klimawandels zu tragen. Gleichwohl sind die 50 ärmsten Staaten für weniger als ein Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich. Dabei ist Afrika die am stärksten gefährdete Weltregion.

Bei den Kopenhagener Klimaschutzverhandlungen im Dezember soll ein Nachfolgeabkommen für das auslaufende Kyoto-Protokoll verabschiedet werden. Nach den jüngsten Vorbereitungsgesprächen in Bonn warnte der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, allerdings vor einem Scheitern. Wenn die Staatengemeinschaft ihr Tempo nicht deutlich erhöhe, werde es kein neues Klimaschutzabkommen geben.

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