Umweltausblick 2030
OECD erhöht Kostenprognose für Klimaschutz

In ihrem Umweltausblick 2030 hat die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Montag ihre Kostenprognose erhöhte: Weil der Klimaschutz nur schleppend vorankommt, wird er teurer als bisher gedacht.

HB BERLIN. Nahm sie bisher an, dass entschlossener Kimaschutz das erwartete Weltwirtschaftswachstum um 0,1 Prozentpunkte pro Jahr mindert, so setzt sie nun eine jährliche Rate von 0,13 Prozent an. Dennoch rechne sich der Klimaschutz und müsse dringend angegangen werden, sagte OECD-Umweltdirektorin Helen Mountford in Berlin.

Hintergrund der Korrektur auf Grundlage neuester Berechnungen sei das stärkere Wirtschaftswachstum gerade in den Schwellenländern in den vergangenen Jahren sowie Verzögerungen beim Klimaschutz, sagte Mountford. Noch in ihrem gerade abgeschlossenen „Umweltausblick“ habe die OECD angenommen, dass entschlossener Klimaschutz bereits 2008 beginnt. Nun rechnet sie damit erst für 2013. Je schneller mit wirksamen Gegenmaßnahmen begonnen werde, umso preisgünstiger lasse sich der Klimawandel bekämpfen, sagte Mountford.

Der OECD-Umweltausblick, der erstmals in deutscher Fassung präsentiert wurde, wirbt eindringlich für schnellen, entschlossenen Klima- und Umweltschutz. Mountford stellte darüber hinaus neuere ergänzende Berechnungen vor. Ergebnis aller OECD-Szenarien: Klima- und Umweltschutz ist nicht nur bezahlbar, sondern auch ökonomisch sinnvoll.

Denn zum einen ist aus Sicht der Organisation das gedämpfte Wachstum verschmerzbar, da bis 2030 immer noch eine knappe Verdoppelung der Weltwirtschaft angenommen wird. Außerdem ist Klima- und Umweltschutz, obwohl Verzögerungen die Maßnahmen teurer machen, laut OECD-Studie immer noch billiger als Nichtstun.

Dieses hätte dem Bericht zufolge katastrophale Folgen: Bis 2030 würden die Emissionen an Treibhausgasen um weitere 37 Prozent steigen, bis 2050 sogar um 52 Prozent. „Eine erhebliche Zahl der heute bekannten Tier- und Pflanzenarten wird wahrscheinlich ausgestorben sein“, heißt es zudem. Die Zahl der Menschen, die unter akuter Wassernot leiden, würde bis 2030 um eine Milliarde auf 3,9 Milliarden steigen. Geschähe nichts, würde zudem die Zahl der Menschen, die wegen bodennahen Ozons vorzeitig sterben, sich vervierfachen, die vorzeitigen Todesfälle wegen Feinstaubs würde auf mehr als das Doppelte ansteigen, heißt es in dem Bericht.

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