Umweltbewusstsein
Chinas neue Liebe zur Natur

Erst stoppen Bürgerproteste den Bau einer Uran-Anlage, dann kümmert sich die Regierung um die Renaturierung von Bergbauflächen: Chinas Umweltbewusstsein wächst – wenn auch langsam und mit Hilfe aus Deutschland.
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Peking/BochumDie chinesischen Behörden gehen zunehmend auf Forderungen der Bürger in Umweltschutzfragen ein. Mehrere Metall- und Chemiewerke sind wegen entsprechender Proteste bereits nicht gebaut worden. Jüngstes Beispiel für ein gesteigertes Umweltbewusstsein der Bevölkerung ist der erfolgreiche Protest Hunderter gegen den Bau einer Uran-Anreicherungsanlage in der Provinz Guangdong. Aus Respekt vor dem Willen des Volkes“ sei das Projekt gestoppt worden, hieß es am Samstag auf der Website der Verwaltung der 350.000-Einwohner-Stadt Heshan in der Provinz Guangdong. Die Anlage der staatlichen Atombehörde CNNC sollte umgerechnet 4,6 Milliarden Euro kosten.

Zu der Demonstration, die offiziell als „Spaziergang“ deklariert wurde, hatten sich die Teilnehmer im Internet verabredet. Sie befürchten vor allem negative Auswirkungen auf die Umwelt und Gesundheitsgefahren. Für Sonntag waren weitere Aktionen geplant. Auch im etwa 100 Kilometer entfernten Hongkong und Macau waren Sorgen über die Anlage laut geworden. Ein Stellungnahme von CNNC lag zunächst nicht vor.

Einigen Protestierenden reichte die Ankündigung der Regierung allerdings nicht. „Wir glauben nicht, dass das Projekt dauerhaft gestoppt wird, weil wir uns einfach nicht auf unsere Regierung verlassen können“, klagte ein Protestierender im Gespräch mit der Zeitung „South China Morning Post“ aus Hongkong.

Die Bergbaubranche scheint ebenso gebrandmarkt zu sein: Hohe Erträge werden mit vielen Unfällen und Umweltschäden erkauft. Doch es tut sich etwas rund um die Kohlegruben. Nach Darstellung eines deutschen Experten investiert das Land Milliarden Euro in die Renaturierung alter Bergbauflächen. Das gelte zum Beispiel für das älteste chinesische Steinkohleabbaugebiet Xuzhou im Osten des Landes, sagte der deutsche Bergbauexperte und Präsident der Bochumer Technischen Fachhochschule (TFH) Georg Agricola, Prof. Jürgen Kretschmann.

Die TFH berät die chinesische Seite in dem gemeinsamen Wissenschaftszentrum SGC, das 2009 auf Initiative von Ex-Kanzler Gerhard Schröder gegründet wurde. Themen sind Arbeitssicherheit, Bergsenkungen, der Strukturwandel und die Renaturierung alter Flächen. Von der Zusammenarbeit profitierten auch deutsche Bergbaufirmen, die im SGC mitarbeiten und in China teils mit eigenen Büros vertreten seien, sagte Kretschmann.

Kommentare zu " Umweltbewusstsein: Chinas neue Liebe zur Natur"

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  • Ein solches wohlfeiles Sich-selbst-mit-Honig-beschmieren kann sich nur jemand einfallen lassen, der selbst noch niemals in China war und bis an die Ohren von der eher lächerlich-provinziellen bis gefährlich-dumpf-deutschen Idee beseelt ist, am deutschen Wesen solle die Welt genesen. Sie wird es nicht.
    Aber es stehen einige Lektionen für Leute von dem Schlage an, die solche kritiklosen Artikel schreiben, wenn sie demnächst mitansehen müssen, wie der deutschte Mittelstand mangels politischer Rahmenbedingungen in Deutschland von chinesischen Kapitalgebern aufgekauft wird oder deren Eigner überhaupt schon vorher das Weite gesucht haben, und das entsprechende Unternehmen dann eben in Singapur residiert, während wir hier noch immer glauben, dass die Welt sich an das Entschleunigungstempo einer alternden Gesellschaft im Überschuldungssumpf hält, die sich für alles und jeden im gerade implodierenden Europa für zahlungspflichtig in Verantwortung hält.

  • Eine sehr interessante Entwicklung; wage mal die Prognose: in nicht all zu langer Zeit werden uns Rußland und China in Sachen Demokratie, Wirtschaft und Naturschutz überholen und nicht wenige Menschen aus dem EU-Zonengebiet dort eine bessere Zukunft sehen.

  • @ freu mich über jeden artikel in dem mal nicht mit unterschiedlichen gewichten gemessen wird. prima!

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