Umweltpolitik
Obama will Spritfresser stoppen

In einer scharfen Abkehr von der Politik seines Vorgängers hat US-Präsident Barack Obama strenge Abgasvorschriften für Autos vorgeschlagen. Sollte sich Obama durchsetzen, dann würden in den USA erstmals landesweit einheitliche Obergrenzen für den Ausstoß von Treibhausgasen gelten. Diese Gase machen Forscher für die Erderwärmung verantwortlich.

WASHINGTON. Die Auswirkungen einer solchen Entscheidung für die US-Automobilwirtschaft wären tiefgreifend. So wird damit gerechnet, dass aufgrund der Verschärfungen der Anteil von Hybrid-Fahrzeugen deutlich zunimmt. Nach Obamas Vorschlag dürfen neue Pkw ab 2016 auf 100 Kilometer nur noch 6,6 Liter Benzin verbrauchen. Derzeit liegt der Durchschnittsverbrauch in den USA bei 9,2 Litern. Innerhalb von sieben Jahren müssten die Motoren in US-Fahrzeugen damit auf einen um 30 Prozent geringeren Benzinkonsum umgestellt werden. Der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 würde von 210 Gramm pro Kilometer auf 150 Gramm sinken.

Da aber auch diese neuen Kohlendioxid-Grenzwerte hinter jenen in Europa zurückbleiben, dürfte es den europäischen Herstellern leicht fallen, die US-Normen zu erfüllen - sofern dies nicht bereits geschehen ist. So müssen Autobauer in der EU die CO2-Emissionen ihrer Fahrzeugflotte bis 2015 im Schnitt von derzeit 160 Gramm pro Kilometer auf 120 Gramm reduzieren. Bis 2020 ist eine weitere Absenkung auf 95 Gramm vorgesehen.

Obama geht mit seiner Ankündigung über geltende Vorschriften in einzelnen US-Bundesstaaten hinaus, vor allem beim Zeithorizont. So sah das 2007 verabschiedete Energiegesetz eine Verschärfung beim Benzinverbrauch erst für das Jahr 2020 vor. Der US-Präsident, der die Vorschläge vor dem Weißen Haus in Anwesenheit des kalifornischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger präsentierte, will die neuen Regelungen nun um vier Jahre vorziehen.

Die geplanten Vorschriften entsprechen weitgehend jenen Standards, die Kalifornien fordert. Der Westküsten-Staat versucht seit Jahren, eigene strengere Regeln einzuführen, war jedoch immer wieder an der starren Haltung Washingtons und der Autoindustrie gescheitert. Zuletzt hatte die US-Regierung im März 2008 eine entsprechende Ausnahmeregelung abgelehnt. Der jetzige Vorschlag hingegen ist ein Kompromiss zwischen der US-Bundesregierung, Kalifornien und den Autoherstellern. Im Gegenzug will die Industrie auf Klagen verzichten.

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