Umweltschützer und Menschenrechtler
Träger der Alternativen Nobelpreise stehen fest

Die Alternativen Nobelpreise sind in diesem Jahr an Umweltschützer und Menschenrechtler aus Botswana Kanada, Malaysia sowie Mexiko vergeben worden.

dpa STOCKHOLM/GÖTTINGEN. Wie die Stiftung „Right Livelihood Award“ am Donnerstag in Stockholm mitteilte, geht einer der mit insgesamt zwei Mill. Kronen (220 000 Euro) dotierten Preise an die Gruppe „First People of the Kalahari“ und ihren Gründer Roy Sesana (76). Der deutsch-schwedische Preisstifter Jakob von Uexküll sagte über den gemeinsamen Nenner aller vier Preisträger: „Wir wollen auf kulturelle Vielfalt und Gerechtigkeit durch fairen Handel hinweisen.“

Sesanas 1992 gegründete Organisation setzt sich gegen die Vertreibung von Buschleuten in Botswana von ihrem angestammten Land zur Wehr. Der frühere Medizinmann war kurz vor Bekanntgabe der Auszeichnung in seiner Heimat in Haft. Die Göttinger Gesellschaft für bedrohte Völker nannte die Preisvergabe eine „schallende Ohrfeige für die diskriminierende Ureinwohner-Politik der Regierung von Botswana“ mit Kriminalisierung und systematischer Verfolgung von Sesana und seinen Mitstreitern.

Die kanadische Globalisierungskritikerin Maude Barlow (58) und ihr Landsmann Tony Clarke (60) erhalten einen Preis für ihren Einsatz zur Anerkennung eines Grundrechtes auf Wasser sowie für einen gerechten Welthandel. Beide setzen sich in ihrer südkanadischen Heimat sowie global als Berater von UN-Organisationen und Regierungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der knapper werden Ressource Wasser sowie gegen deren Privatisierung mit kommerziellen Zielen ein.

Die Malaysierin Irene Fernandez (59) wird für „herausragenden und mutigen Einsatz zum Stopp von Gewalt gegen Frauen und den Missbrauch von Zuwanderern und armen Arbeitern“ ausgezeichnet. Fernandez habe trotz jahrelanger juristischer Verfolgung und Verurteilung wegen „böswilliger Verbreitung falscher Nachrichten“ ihren Kampf für die Schwächsten weitergeführt, hieß es in der Preisbegründung.

Der nicht dotierte Ehrenpreis ging an den 1940 geborenen mexikanischen Maler Francisco Tuledo für seine „Hingabe an die Bewahrung, Verstärkung und Erneuerung des architektonischen und kulturellen Erbes in seiner Heimat Oaxaca“. Die Alternativen Nobelpreise werden nach einer Stiftung des deutsch-schwedischen Publizisten Jakob von Uexküll seit 1980 jährlich vergeben. Mit ihnen sollen vor allem Leistungen beim Umweltschutz, der Bekämpfung von Armut und sozialer Ungleichheit, der Durchsetzung der Menschenrechte und dem Schutz von Minderheiten gewürdigt werden.

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