Umweltschutz
Obama will Milliarden Tonnen CO2 reduzieren

Die USA und Klimaschutz, das scheint nicht zusammenzupassen. Obama will das ändern. Der US-Präsident plant ein ganzes Paket von Vorhaben, um Treibhausgase zu reduzieren. Den Kongress könnte er dabei umgehen.
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WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat am Dienstag einen ehrgeizigen Plan zum Kampf gegen den Treibhauseffekt vorgelegt. Zentraler Punkt ist demnach erstmals die Reduzierung der Luftverpestung durch bestehende Kohlekraftwerke. Er werde die Umweltbehörde EPA anweisen, Regeln für bestehende und geplante Kraftwerke auszuarbeiten, sagte Obama in einer Rede in der Georgetown-Universität in Washington.

"Mit dem unbegrenzten Ausstoß von Kohlendioxid muss Schluss sein", forderte Obama. Er wolle eine marktkonforme Lösung zum Klimaschutz, das Problem müsse aber dringend angegangen werden.

Die USA hätten als weltgrößte Volkswirtschaft und zweitgrößter Kohlendioxid-Luftverschmutzer auch international eine Pflicht, die Führerschaft beim Klimaschutz zu übernehmen. Der Klimawandel sei ein Fakt, sagte Obama. „Die Frage ist, ob wir den Mut zum Handeln haben. ... Als Präsident, Vater und Amerikaner bin ich hier, um zu sagen, dass wir handeln müssen.“

In den USA sind die Kraftwerke, von denen die meisten mit Kohle betrieben werden, für rund ein Drittel des Treibhausgas-Ausstoßes der weltgrößten Volkswirtschaft verantwortlich. Ein früherer Vorstoß Obamas war am Widerstand der Republikaner gescheitert. Experten erwarten, dass es Anreize für Kraftwerksbetreiber geben wird, von Kohle auf Erdgas umzustellen.

Weitere Teile des Programms sind nach Angaben Obamas unter anderem neue Standards für den Benzinverbrauch schwerer Lastwagen und neue Zielwerte für den Energieverbrauch von Geräten und Gebäuden. Das Paket solle zusammen mit bestehenden Maßnahmen die Kohlendioxid-Verschmutzung bis 2030 um drei Milliarden Tonnen reduzieren. Das entspricht laut „New York Times“ der Hälfte der bisherigen Jahres-Emissionen.

Die „New York Times“ sprach vom bisher weitreichendsten Programm eines US-Präsidenten, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts beim Umweltschutz zu bewältigen. Keine der vom Präsidenten angestrebten Maßnahmen erfordere die Zustimmung des Kongresses, der bisher jedes wichtige Vorhaben gegen den Klimawandel blockiert hatte.

Im einzelnen will der Präsident zum ersten Mal die CO2-Emissionen bestehender Kraftwerke begrenzen, wie ein Regierungsbeamter erläuterte. Er werde die Umweltbehörde EPA anweisen, bis Juni 2014 in Zusammenarbeit mit den Bundesstaaten und der Industrie Standards für den Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen auszuarbeiten. Diese Regeln könnten dann ein Jahr später „stehen“.

Zugleich stellte Obama in seiner Rede Pläne zur Förderung erneuerbarer Energien Maßnahmen gegen die Erderwärmung sowie den Schutz der USA vor Stürmen und einem steigenden Meeresspiegel vor. Beispielsweise wolle er Projekte für erneuerbare Energien wie Windräder oder Solar-Paneelen auf regierungseigenem Land erlauben. Acht Milliarden Dollar (6,1 Milliarden Euro) an Kreditgarantien sollen der Förderung innovativer Projekte etwa zur Drosselung des Energieverbrauchs dienen.

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  • bjarki hat keine ahnung....

  • Barack Obama hat recht, es geht, er muss nur richtig handeln:

    An der Gesamt- CO2- Emission weltweit haben PKWs einen Anteil von weniger als 15%. Der Anteil der CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung in Großkraftwerken mit fossilen Kraftstoffen beträgt mehr als das Dreifache.

    Deshalb will Obama schnellstmöglich wieder die CO2- freie Kernenergie ausweiten, in der die USA immer noch Technologieführer in Leistung und Sicherheit sind.

    Ausserdem treibt er die Endlagertechnologien massiv voran. In geologisch stabilen Formationen u. a. in Utah und Colorado werden nunmehr auch strahlungstechnisch optimierte Endlager errichtet.

    Auf lange Sicht ist es dann ökologischer, die somit länger verfügbaren fossilen Kohlenstoffressourcen wegen ihrer konkurrenzlos hohen Energiedichte ausschliesslich instationär für den mobilen Verkehr (PKW/LKW, Flugzeuge, Schiffe und für Produkte der Kohlenstoffchemie (Kunststoffe etc.) zu reservieren, da es hier keine brauchbaren Alternativen gibt.

    Werden diese fossilen Ressourcen nicht stationär und ökofeindlich bei der Stromerzeugung in Großkraftwerken oder bei der Wärmeerzeugung in Heizanlagen wie in der BRD verbrannt, dann haben die USA auch aus Sicht der strategischen Ökonomie den bei weitem längsten Atem.

    Solche Überlegungen finden in dem doch arg begrenzten Horizont unserer alternativlosen Frau A. M. natürlich keine Beachtung....

  • Brrrr, Barack. Gruß aus Mitteldeutschland. Heute, 26. Juni, eigentlich "Hochsommer" (früher zumindest), kaum 10 Grad plus tagsüber, Pulloverwetter. Nachts heute um 5 - 6 Grad, immerhin plus. Frieren hier alle sehr. Bitte Klima nicht noch weiter absenken. Klimaerwärmung war nämlich gestern, jetzt kommt die Eiszeit. Die Theorien und mathematischen Modelle werden gerade massiv umgebaut und neu gerechnet. Sagte Prof. von Storch letzte Woche im SPIEGEL. Noch nicht gelesen? Na ja, kannst ja auch kein Deutsch. Sorry, Barack. Goodbye und goodnight.

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