Umwelttechnik
Und Klimaschutz hilft der Wirtschaft doch

In der Krise fordern einige Politiker, die ambitionierten Klimaziele aufzugeben - zum Ärger vieler Unternehmer. Denn viele deutsche Unternehmen machen gute Geschäfte mit Umwelttechnik – und fordern von der Politik globale Lösungen zur Begrenzung der Erderwärmung.

BERLIN. Längst überschattet die Finanzkrise die Diskussion über den Klimaschutz, Politiker wollen Ziele aufweichen oder zeitlich strecken. Weite Teile der Wirtschaft sehen den Kampf gegen die Erderwärmung dagegen als Chance und fordern von der Politik verlässliche, weltweit gültige Regeln.

Beispiel Siemens: Konzernchef Peter Löscher gerät ins Schwärmen, wenn er an die Produkte denkt, die dabei helfen, Kohlendioxid einzusparen: „Siemens hat mit den grünen Technologien seines Umweltportfolios im vergangenen Geschäftsjahr rund 19 Mrd. Euro umgesetzt – das entspricht in etwa einem Viertel unserer Erlöse. Damit sind wir weltweit an der Spitze. An der Spitze fühlen wir uns wohl. Da wollen wir bleiben“, sagte Löscher dem Handelsblatt.

Damit deutsche Unternehmen wie Siemens im Bereich der grünen Technologien weiter vorn mitspielen können, brauchen sie klare Rahmenbedingungen. Die muss die Politik liefern – zum Beispiel bei der Weltklimakonferenz in Posen, die Ende der Woche mit dem Beginn des Ministersegmentes in die heiße Phase geht. Die Konferenz bildet die Basis der Verhandlungen in Kopenhagen Ende 2009. Dort soll ein Abkommen geschlossen werden, das an das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll anknüpft.

Welche Erwartungen knüpft die Wirtschaft an die Verhandlungen auf internationaler Ebene? In seiner Eigenschaft als Vorsitzender der BDI-Initiative „Wirtschaft für Klimaschutz“ stellt Siemens-Chef Löscher heute in Posen einen Fünf-Punkte-Plan vor. Er beinhaltet die Forderung nach einer grenzüberschreitenden, umfassenden Klimainitiative, die die schnell wachsenden Märkte Asiens und Südamerikas stärker einbindet. Außerdem enthält der Fünf-Punkte-Plan die Forderung nach weltweiten Mechanismen zur Emissionsrückführung, etwa durch globalen Emissionshandel. Dass die Regeln international verbindlich werden, ist für die Wirtschaft entscheidend: „Wir müssen einseitige Steigerungen von Produktionskosten in Europa vermeiden durch einen fairen weltweiten Wettbewerbsrahmen, der alle Industrien motiviert, ihre Energie- und CO2-Effizienz zu erhöhen“, sagte Löscher.

An diesem Punkt gibt es den größten Diskussionsbedarf: Beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs der EU in dieser Woche in Brüssel soll der EU-weite Emissionshandel ab 2013 beschlossen werden. Die betroffenen Branchen rechnen mit enormen Nachteilen für europäische Unternehmen, sollte es nicht gelingen, den Emissionshandel bis 2013 auch international verbindlich vorzuschreiben. Eine globale Lösung ist daher aus Sicht von BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf unverzichtbar. Solange es diese Lösung nicht gibt, „müssen unsere energieintensiven Branchen von der Pflicht ausgenommen werden, Emissionsrechte zu ersteigern“, sagte er dem Handelsblatt.

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