Umwidmung von Banken-Hilfen

Europa bietet Griechenland weitere Milliarden

In den Verhandlungen um die Zukunft Griechenlands stellen die europäischen Geldgeber der Athener Regierung mehr Geld in Aussicht. Nach Handelsblatt-Informationen könnten Finanzmittel für Banken umgewidmet werden.
Update: 04.06.2015 - 21:48 Uhr 23 Kommentare
In die Verhandlungen um Rettungsmilliarden kommt nach Handelsblatt-Informationen Bewegung. Quelle: dpa
Flaggenstand in Athen

In die Verhandlungen um Rettungsmilliarden kommt nach Handelsblatt-Informationen Bewegung.

(Foto: dpa)

BerlinDie Europäer haben der griechischen Regierung für den Fall einer Einigung im Schuldenstreit weitere Finanzhilfen in Aussicht gestellt. Man könne die 10,9 Milliarden Euro, die bisher für die Rekapitalisierung der Banken vorgesehen seien, umwidmen, erfuhr das Handelsblatt (Freitagausgabe) aus europäischen Verhandlungskreisen.

Athen könne das Geld dann nutzen, um im Sommer seine Schulden bei der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zu bedienen, hieß es. Bedingung sei, dass sich die Athener Regierung rechtzeitig mit EU, EZB und IWF auf einen Reformplan einige.

Um das Geld umzuwidmen und im Sommer auszuzahlen, müsste das laufende zweite Rettungsprogramm noch mal verlängert werden, hieß es weiter. Es läuft eigentlich Ende Juni aus. Eine Verlängerung ist aus Sicht der Geldgeber wohl notwendig. Denn mit den ausstehenden 7,2 Milliarden Euro im laufenden Hilfsprogramm werde Griechenland „nicht weit kommen“. Ein Teil des Geldes werde schon für die 1,6 Milliarden Euro benötigt, die Athen im Juni insgesamt beim IWF tilgen müsse, hieß es. Im Juli und August müsse Griechenland dann noch 6,7 Milliarden Euro aufbringen für Staatsanleihen, die bei der EZB liegen. Im September stehen dann erneut Zahlungen an den IWF an.

Es werde nicht mehr gelingen, im Juni rechtzeitig ein drittes Rettungspaket zu schnüren, hieß es im Umfeld von EU, EZB und IWF. Deshalb sei die einzige Möglichkeit, Athen weitere Notkredite zu gewähren, die knapp elf Milliarden Euro Bankenhilfe zu nutzen. Damit man diese im Sommer umwidmen und auszahlen könne, müsse das Programm noch mal verlängert werden. Der Plan stoße allerdings noch bei einigen Euro-Staaten auf Bedenken, hieß es.

Die Milliarden bietet Europa an im Gegenzug für Reformen. Die internationalen Gläubiger fordern zur Lösung des Schuldenstreits von der griechischen Regierung Insidern zufolge konkrete Einschnitte im Rentensystem und die Zusage zu zahlreichen Privatisierungen. Mit der Sache vertraute Personen sagten am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters, ein fünfseitiges Papier mit Vorschlägen des IWF und der Euro-Partner sei dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras am Mittwoch in Brüssel vorgelegt worden.

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23 Kommentare zu "Umwidmung von Banken-Hilfen: Europa bietet Griechenland weitere Milliarden"

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  • "Europa bietet Griechenland weitere Milliarden"

    Der Spruch macht Hoffnung, dass die EZB auch den hiesigen Bürgern Milliarden für den von ihr verursachten Schaden ersetzt.

    Wie beteiligt sich die EZB eigentlich an den Kosten der hiesigen "Tafeln", deren Lebensmittel immer mehr Bürger in Anspruch nehmen müssen. Wenn die EZB, wenn die EU sich der griechischen Bürger annimmt, dann kann wohl auch davon ausgehen, dass sie diese Aktivität nicht minder in Deutschland entfaltet. Auch in Deutschland gibt es viele Bürger, die nicht den Lebensstandard der Griechen besitzen.

    Das ist klar aufzuzeigen und die Politik auf Gelichbehandlung zu drängen!

  • Die Aussage stimmt doch so nicht. Wenn jetzt von einer "Umwidmung der Bankenhilfe" gesprochen wird, dann war das Geld doch ganz offensichtlich nicht für die Rettung der griechischen Bürger. Es war nicht einmal dafür vorgesehen.

    Das System Blatter (FIFA) funktionierte ähnlich. Blatter hat bekanntlich seinen Hut genommen und das amerikanische FBI stellt der Organisation wegen Korruption nach. Es ist schon beachtlich, dass ausgerechnet die USA für Ordnung in unserer Region sorgen müssen. Hoffen wir, dass das amerikanische FBI auch Handhabe wegen Korruptionsverdacht auch in diesen Geldwaschgeschäften finden würde.

    Zwar haben alle Länder eigene Staatsanwaltschaften, die dies selbständig aufklären könnten, aber die stehen ausgerechnet unter der Aufsicht gegen die sie ermitteln müssten.

    Googlen Sie dazu unter dem Suchbegriff (in NSA-Deutsch: Selektorenliste): "Richter Fahsel a.D.".

    Deutschland ist schon sehr speziell geworden. Wir wissen nicht einmal mehr, wer wen übernommen hat. Die BRD die DDR oder die DDR die BRD.

    Eines wissen wir jedoch ganz klar:
    Der Bundespräsident ist aus der DDR.
    Die Bundeskanzlerin ist aus der DDR.
    Der Bundesinnenminister ist aus der DDR.
    Der jetzige BND spioniert die Bürger so intensiv aus, wie dies die Stasi mit einfachen Mitteln auch tat.

    Der Unterschied liegt jedoch darin, dass die DDR-Bürger eigens eine Behörde bekamen, die Gauck-Behörde, die Auskunft darüber gibt, wer ausspioniert wurde. Das wünschen wir Bürger und Wähler auch von den von uns gewählten Politikern.

  • Erschöpft ist er der Draghi, selbst schuld. Warum hat er diesem Volk nicht schon eher die Rote Karte gezeigt. Ich schäme mich dafür das wir immer noch bereit sind gutes Geld zu investieren.
    Das griechische Volk hat sich bewusst entschieden diese Clowns zu wählen, jetzt sollen sie auch die Konsequenzen spüren.
    An einen Dominoeffekt glaube ich nicht. Eine Pleite in Griechenland wird alle anderen Staaten in deren Bemühungen um ausgeglichene Finanzen stärken.

  • Dieses Europa ist restlos am Ende. Es ist ja nicht nur unser Steuergeld und unsere Altersversorgung, was auf den Auslandskonten der griechischen Kleptokratenmafia versenkt wird. Es ist vielmehr das Ende des Rechtsstaats und das Ende jeglicher Form von Vertragstreue. Nichts gilt mehr in diesem Europa. Schuld an Allem ist Merkel. Sie taumelt von einer "Rettung" in die nächste und hat den Ober-Bankstern Junker und Draghi, denen Verträge vollkommen egal sind, ins Amt geholfen. Europa entwickelt sich damit zur Kleptokraten-Diktatur.

    Ich beneide die Engländer. Die dürfen wenigstens abstimmen, ob sie in diesem Saftladen bleiben wollen. Das wird man uns nie erlauben (oder nur nach intensivster Gehirnwäsche durch die GEZ-Hofberichterstatter).

    Merkel ist die größte Katastrophe für Deutschland seit dem 2. Weltkrieg.

  • @ Hanns Maiser
    Kennen Sie Marie-Jeanne Becu, auch bekannt als Madame Dubarry?
    Sie war eine Mätresse am Hofe des französischen Königs Ludwig XV. , wenn auch nicht so einflussreich wie die Madame de Pompadour. Sie wurde während der Französischen Revolution 1793 guillotiniert. Ihre berühmten letzten Worte waren: "ENCORE UN MOMENT!" ("Nur noch einen Moment!").
    Darum geht es: Lebensverlängerung bis zum Schluss, Zeitverlängerung UM JEDEN PREIS für den Machterhalt. Zeitverlängerung, damit die Menschen es nur nicht sehen und rufen: "Der Kaiser ist nackt!" Es geht nicht nur um Griechenland, es geht nicht nur um den Euro - es geht um das ganze Finanzsystem: die stärkste Kraft im Universum ist nicht die Liebe, sondern der Bondmarkt: - wenn er erkennt: die Staaten haben Schulden aufgetürmt, die sie nie wieder zurückbezahlen können, dann ist das Spiel aus. Die Schuldenkaiser und -kaiserinnen sind dann am Ende.
    Es geht bereits hoch her bei den Staatsanleihen. Das Ende wird momemtan nur noch von den Zentralbanken hinausgezögert, die den ganzen Sondermüll ALTERNATIVLOS aufkaufen...

  • http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article141920998/Die-Euro-Zone-staerken.html

    "Fuck the EU" mein Spruch schon lange.

  • Stimmt genau.

    Geld genug haben wir dann und wir reisen dann aus in die Schweiz, oder ind die USA. einfach dort ein kleines Unternehmen gründen (I-Visum) und Erika kann uns mal.

  • Wir haben es so gewollt ... Diese Kanzlerin, diese Regierungsparteien ... Und natürlich die Öffentlich Rechltichen Medien, die uns erzählen, war richtig, was gut und was böse ist.
    Es wird uns seit neuestem erzählt, wie reich wir sind, dass wir Fachkräfte dringend benötigen, dass mehr Geld für die Integration von jahrzehntelang hierleibenden notwendig ist, dass wir alles Elend der Welt verschuldet haben und deshalb dringend helfen müssen. Dafür haben wir die höchsten Abgaben und mit 51000.- Euro einen der niedrigsten Vermögensmeridian der Staaten, die vor 1990 zur EU gehörten. Die EU befürwortet, dass wir weiter steuerlich für Griechenland ausgeraubt werden und die Bundeskanzlerin und der Bundestag werden alternativlos zustimmen.
    Mir fällt immer wieder Victoria Nulands: "Fuck the EU" ein

  • Das ist langsam UNERTRÄGLICH wie mit hunderten von Milliarden dieses Pleiteland über Wasser gehalten wird. Das entschuldigt nichtmal die strategische Lage oder die Angst Putin könnte helfen. Dem europäischen Durchschnittsbürger kann man das nicht plausibel machen. Aber der nächste Wahltermin kommt.
    und die die hingehen werden wieder weniger sein.

  • Treten Sie zurück, Frau Merkel, sofort und nehmen SIe ihre "Blase" (Regierungsmitgflieder) mit.
    Ohne weiteren Vergütungen und ohne Pensionsansprüche; dasgesa<mteVermögen wird sofort
    veröffentlicht und konfisziert.

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