UN-Abstimmung
Russland setzte Diplomaten unter Druck

Die UN-Vollversammlung hat die Annexion der Krim mit großer Mehrheit verurteilt. Die russische Regierung hatte offenbar versucht, das zu verhindern – und einzelnen Ländern mit Strafmaßnahmen gedroht.
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New YorkVor der Abstimmung der UN-Vollversammlung über das Krim-Referendum hat Russland Diplomaten zufolge einzelne osteuropäische und zentralasiatische Länder massiv unter Druck gesetzt. Russland habe darauf gedrungen, dass diese Staaten die Lossagung der Krim von der Ukraine nicht für ungültig erklären, sagten Diplomaten am Freitag.

Den Ländern, darunter Moldawien, Kirgistan und Tadschikistan, sei von der Regierung in Moskau mit Strafmaßnahmen gedroht worden. Obwohl diese nicht explizit formuliert worden seien, sei klar gewesen, dass es sich dabei etwa um einen Lieferstopp von Erdgas aus Russland oder die Ausweisung von Gastarbeitern handeln könnte.

Ein Sprecher der russischen UN-Vertretung wies die Vorwürfe zurück. „Wir drohen niemandem“, sagte er. „Wir erläutern nur die Situation.“ Die UN-Vollversammlung erklärte das Referendum mit großer Mehrheit für ungültig. Darin wurde der Beitritt der ukrainischen Halbinsel zu Russland besiegelt. Kirgistan und Tadschikistan nahmen an der Abstimmung in der Vollversammlung nicht teil, Moldawien schloss sich den USA und der EU an und stimmt für die Resolution, die allerdings nicht bindend ist.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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