UN-Bericht
Immer mehr Verbrechen durch Extremisten in Syrien

UN-Ermittler veröffentlichen Ergebnisse von ihren Ermittlungen in Syrien. Ihr Urteil: Die Oppositionsgruppen im Norden Syriens töten mehr als zuvor. Denn extremistische Kämpfer strömten vermehrt nach Syrien.
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GenfUN-Menschenrechtsexperten verzeichnen eine deutliche Zunahme von Tötungen und anderen Verbrechen durch Oppositionsgruppen im Norden Syriens. Verübt würden sie vor allem von extremistischen Kämpfern, teilten UN-Ermittler am Montag in Genf mit. Diese Entwicklung gehe einher mit einem Zustrom ausländischer Extremisten, die den Kampf gegen die syrische Führung um Präsident Baschar al-Assad als „Heiligen Krieg“ betrachteten.

„Ganze Brigaden bestehen mittlerweile aus Kämpfern, die nach Syrien gekommen sind, wobei die Al-Muhadschirin zu den aktivsten gehören“, sagte der Vorsitzende der Ermittlungsgruppe, Paulo Pinheiro, dem UN-Menschenrechtsrat.

Bereits früher hatten die Ermittler berichtet, dass Kämpfer aus mehr als zehn Ländern an der Seite der syrischen Rebellen kämpften. Viele von ihnen stammten aus Afghanistan und der russischen Republik Tschetschenien oder gehörten zur Al-Nusra, einer der Al-Kaida nahestehenden Gruppierung. Auf Seiten der Regierung kämpfen Mitglieder der libanesischen Hisbollah.

„Das Problem ist, dass diese extremistischen Elemente ihre eigenen Ziele haben, und es sind gewiss keine demokratischen, die sie erreichen wollen“, sagte der UN-Menschenrechtsexperte Vitit Muntarbhorn. „Das ist die große Sorge aus unserer Sicht.“

Die syrische Regierung hat dem Bericht Pinheiros zufolge die Bombardierungen und den Artilleriebeschuss im ganzen Land fortgesetzt. Als ein Beispiel nannte er den Abwurf einer Brandbombe auf eine Schule bei Aleppo am 26. August. Nach Berichten von Augenzeugen seien dabei mindestens acht Kinder getötet worden. 50 hätten schwerste Verbrennungen erlitten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " UN-Bericht: Immer mehr Verbrechen durch Extremisten in Syrien"

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  • Die Pipeline durch Syrien von den Fars-Gasfeldern ist bereits beschlossene Sache und der Bau hat bereits begonnen. Terminal wäre das syrische Tartus, geopollitischer Nutznießer u.a. Gazprom. Katar, dem die andere Hälfte des riesigen Gasfeldes gehört, will dagegen via Jordanien zum Golf von Akabar und Suez, um es von hier ins Mittelmeer zu verschiffen. Man darf allerdings nicht vergessen, dass solche Konflikte überhaupt kein Kriegsgrund sind. Es geht vielmehr um eine Schwächung bzw. die langfristig geplante Zerstörung des Iran (nach der gerade vor unseren Augen ablaufenden Zerstörung Syriens und damit verbunden wieder einmal des Libanon).

  • >>So ist es (außer bei Israel bin ich mir nicht so sicher. Israel hat Interessen, die von denen der USA und Saudi-Arabiens abweichen). <<

    Die US-Außenpolitik ist durch den Einfluss zionistischer Lobbyorganisationen wie der AIPAC, der sich alle Präsidenten beider Parteien regelmäßig Tribut zollen, zionistischer Lobbyisten wie S h e l do n A d e l s o n und den Neokonservativen derart auf die Interessen Israels ausgerichtet, dass es schwer fällt überhaupt noch eine Art unabhängige "rein amerikanische" Außenpolitik auszumachen.

    Zu den von ihnen genannten "US-Eliten", denen sie zurecht einen Stellvertreter-Angriffskrieg gegen Assad vorwerfen, gehören zum großen Teil eben auch zionistische orientierte Personen und Verbände, die ihrer Seits eng mit der israelischen Rechten (Likudpartei) verbunden sind.

    Die USA hat gewissermaßen "zwei" Hauptstädte -- Washington DC und Tel Aviv.

  • RainerJ
    Ja sollten sie. Aber von wem? Vom bedingt soveränen Deutschland, dessen Kanzlerin schon zusammen mit den USA und im Interesse Israels in den Irak einmarschieren wollte, und die sich in der Vergangenheit mehr für die jüdische Kultur eingesetzt hat - siehe z. B. das Beschneidungsgesetz- und die Nähe zur USA, als für die deutsche Kultur und die Nähe zum eigenen Volk

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