UN-Diplomaten
Nordkorea wollte Waffen an Syrien liefern

Offiziell ist es Nordkorea untersagt, Waffen an Syrien zu liefern. Trotzdem soll es einen Versuch gegeben haben, das Verbot zu umgehen. Einem Bericht zufolge tagte darüber jetzt der UN-Sanktionsausschuss.
  • 3

New YorkNordkorea hat nach Angaben von UN-Diplomaten versucht, Rüstungsmaterial an Syrien zu liefern. Dies gehe aus einem Bericht des Sanktionsausschusses hervor, über den vom Sicherheitsrat am Donnerstag in einer vertraulichen Sitzung in New York beraten worden sei. Demnach habe Nordkorea versucht, die Sanktionen der Vereinten Nationen zu umgehen und Material zur Herstellung von Waffen und Munition zu liefern. Der Transport sei aber von den Behörden eines UN-Mitgliedslandes abgefangen worden.

Gegen Syrien gibt es trotz der etwa 10.000 Toten kein Waffenembargo der Vereinten Nationen, Nordkorea ist solch ein Handel jedoch per Resolution des Sicherheitsrates untersagt. Das mächtigste UN-Gremium hatte das kommunistische Land zweimal nach Atomtests mit Strafen belegt.

Mit Blick auf den jüngsten Raketentest Nordkoreas warnten westliche Diplomaten Pjöngjang vor weiteren Provokationen. Deutschlands UN-Botschafter Peter Wittig forderte in der Sitzung Teilnehmern zufolge die Führung des Landes auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Falls es zu neuen Atomtests komme, sei eine „harsche Reaktion“ des Sicherheitsrats unumgänglich.

Es sei im Interesse des Landes, das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft wiederzuerlangen. Ein wichtiger Schritt wäre die Zustimmung zu Inspektionen der internationalen Atomenergiebehörde IAEA.

Zuvor war bekannt geworden, dass UN-Experten von Waffenlieferungen aus dem Iran nach Syrien erfahren hatten. Unter anderem sei der Verkauf von Sturmgewehren, Munition, Mörsergranaten, Sprengstoffen und Zündern aufgedeckt worden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " UN-Diplomaten: Nordkorea wollte Waffen an Syrien liefern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Spätestens seit Libyen wird wohl niemand mehr den Fehler machen, der "IAEA" und der "internationalen Gemeinschaft", sprich dem Westen, im Bedrohungsfall uneingeschränkten Zutritt zu seinem Verteidigungspotenzial zu gewähren.

  • ... ist übrigens nicht verboten. Die Unterstützung der sog. "Rebellen" allerdings sehr wohl.

  • "Nordkorea wollte Waffen an Syrien liefern"
    na und... die deutsche Regierung verkauft Qatar und Israel neuste Kampfwaffen!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%