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UN-Einschätzung: Flut in Pakistan schlimmer als Haiti-Beben

Schlimmer als das Erdbeben in Haiti und der Tsunami im Indischen Ozean: Die Vereinten Nationen unterstreichen das Ausmaß der Flutkatastrophe in Pakistan – und mahnen die internationale Gemeinschaft, mehr Gelder bereitzustellen. Die Bundesregierung machte den Anfang.

Überflütungen in der Punjab-Region im Osten Pakistans. Quelle: dpa
Überflütungen in der Punjab-Region im Osten Pakistans. Quelle: dpa

HB NEW YORK. Das Hochwasser in Pakistan ist nach Angaben der Vereinten Nationen eine größere Katastrophe als das Erdbeben in Haiti, der Tsunami 2004 im Indischen Ozean oder auch das Erdbeben in Pakistan 2005. Die Zahl der Toten sei zwar bei den anderen Unglücken weit höher gewesen, sagte UN-Nothilfekoordinator John Holmes am Mittwoch in New York. „Aber es sind jetzt sechs Mio. Menschen, die dringend unsere Hilfe brauchen. Das sind weit mehr als in Haiti oder beim Tsunami. Ich will keine Rangliste der Katastrophen erstellen, aber das Unglück ist gewaltig.“

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„Das Ausmaß der Katastrophe ist enorm, und enorm muss auch die Hilfe sein, die jetzt kommen muss“, sagte der Engländer. Nötig seien zuerst Unterkünfte, sauberes Wasser, Lebensmittel, sanitäre Anlagen und medizinische Hilfe. Eine der größten Sorgen sei, dass es zu Epidemien durch unsauberes Wasser kommen könne. „Es sind auch weite Teile der Infrastruktur weggespült, deshalb werden die Folgen der Flut über Jahre spürbar sein.“

Gleichzeitig warnten die Vereinten Nationen vor einer neuen Welle von Todesfällen, wenn nicht schnellstens eine umfassende Hilfe für die Opfer der Überschwemmungen in Gang komme. Diese zweite Welle könne durch Krankheiten und Hunger ausgelöst werden, sagte der Sprecher der UN-Hilfsoperationen, Maurizio Giuliano. Nothilfekoordinator Holmes rief die internationale Gemeinschaft zur Bereitstellung von 459 Mio. Dollar auf. Nach Holmes Worten waren zuvor etwa 160 Mio. Dollar zugesagt worden. Die Bundesregierung stockte ihre Hilfen kurz darauf auf insgesamt zehn Mio. Euro auf.

Durch das Hochwasser ist die Ernte in vielen Landesteilen vernichtet worden, das Vieh kam in den Fluten um. Noch immer steht das Wasser auf den Ländereien und bietet Krankheitserregern beste Ausbreitungsmöglichkeiten. Zerstörte Straßen und Brücken erschweren Hilfslieferungen und die Reaktivierung wirtschaftlicher Aktivität.

Obwohl ausländische Hilfe dringend notwendig ist, haben pakistanische Taliban die Regierung aufgerufen, westliche Unterstützung zur Bewältigung der Hochwasserkatastrophe abzulehnen. Das Geld fließe nur in die Taschen korrupter Beamter in den besonders betroffenen Regionen, sagte ein Sprecher der radikal-islamischen Bewegung zur Begründung. Die US-Regierung hatte am Dienstag ihre Zusagen um 20 auf 55 Mio. Dollar erhöht. Pakistan ist für die USA ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen die Taliban in Afghanistan. In einigen Regionen haben sich die Taliban oder mit ihnen verbundene Hilfsorganisationen als Hochwasserhelfer betätigt und damit bei der Bevölkerung Sympathien gewonnen.

Von den schwersten Überschwemmungen seit 80 Jahren sind zwölf Mio. Pakistaner betroffen. Mehr als 1600 Menschen starben, rund zwei Mio. sind obdachlos. Die Opfer der Naturkatastrophe werfen der pakistanischen Regierung vor, sie im Stich zu lassen. Der Staat habe zu spät und nur unzureichend reagiert. Präsident Asif Ali Zardari hatte trotz der schweren Überschwemmungen eine Reise nach Europa fortgesetzt und war erst am Dienstag in die Heimat zurückgekehrt. In einem Beitrag für das „Wall Street Journal“ verteidigte er sich. Ihm sei es nicht um symbolische Gesten gegangen, sondern um substanzielle Politik. Er habe das Schicksal seines Landes in Europa deutlich machen können sowie Geld und Unterstützung mobilisiert.

An die Spitze der Hilfsoperationen stellte sich unterdessen das Militär, das von den 63 Jahren der Existenz Pakistans mehr als die Hälfte herrschte. Für viele Pakistaner bestärkte es das Bild von den Fähigkeiten der Streitkräfte und der Ineffizienz ziviler Regierungen. „Ich glaube, wenn es die pakistanische Armee nicht gäbe, würde mein Land aufhören zu existieren“, sagte Hafiz Ghulam Yasin, der in einem Zeltlager in der Region Punjab saß, das die Armee errichtet hat.

  • 16.08.2010, 18:08 UhrAnonymer Benutzer: lol?

    Wenn die Flut schlimmer ist als das Erbeeben in Haiti, warum wird dann die Flut in den Medien nicht o oft erwähnt bzw. Probleme und tote, Spendenaufrife, das alles wurde beim Erdbeeben in Haiti viel mehr getan, warum dann nicht bei der Flut in Pakistan? Da frage ich mich echt, ob das alles wirklich mit der Religion zu tun hat :S Die Menschheit ist so verdorben, echt...

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