UN-Ermittler
Kritik an Sicherheitsrat für Ausbreitung von IS

UN-Ermittler Paulo Sérgio Pinheiro hat den Sicherheitsrat für dessen Untätigkeit im Syrien-Konflikt kritisiert. Dem Brasilianer zufolge profitiere davon insbesondere die Terrormiliz Islamischer Staat.
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GenfDer UN-Sicherheitsrat hat durch Untätigkeit im Syrien-Konflikt nach Ansicht des UN-Ermittlers Paulo Sérgio Pinheiro zum Erstarken der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beigetragen. „Diese Untätigkeit hat es den (syrischen) Kriegsparteien erlaubt, straflos vorzugehen und die Syrien zerstörende Gewalt noch angefacht. Davon profitiert vor allem ISIS“, sagte der Vorsitzende der Syrien-Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrates unter Verwendung einer anderen Bezeichnung für den IS bei einer Sitzung des Rates am Dienstag in Genf.

Der Sicherheitsrat ist im Syrienkonflikt blockiert, weil Russland und China Maßnahmen gegen Machthaber Baschar al-Assad ablehnen.

Gräueltaten der IS und syrischer Regierungstruppen hätten Syrien in den „Wahnsinn“ gestürzt, sagte der Brasilianer. „Ich finde keine Worte mehr, um die Schwere der Verbrechen zu beschreiben, die in Syrien verübt werden“, sagte Pinheiro. So setze die IS „Kinder mit Absicht Gewalt aus“, indem sie an Hinrichtungen teilnehmen, indoktriniert und als Kindersoldaten missbraucht werden.

Vor allem Regierungstruppen gingen gewaltsam gegen Zivilisten vor. Frauen und Männer verschwänden in Regierungsgefängnissen, würden gefoltert, vergewaltigt und getötet. Pinheiro sagte, er wolle keine neuen Opferzahlen nennen. „Ich glaube nicht mehr daran, dass es sie zum Handeln treibt, wenn ich die Tausenden Toten und Verschwundenen aufzähle.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " UN-Ermittler: Kritik an Sicherheitsrat für Ausbreitung von IS"

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  • Genau diesen Fakt versucht die Türkei seit 4 Jahren der UNO, USA und dem Sicherheitsrat sowie dem Westen klar zu machen.

    Leider ohne Erfolg.

    So konnte sich IS in dieser Zeit, auch durch die Unterstützung Assad`s, in Syrien Regierungsgegner rekrutieren und gestärkt durch Zuflucht, die von Maliki unterdrückte Minderheiten wie Sunniten,auch in Irak Land gewinnen.

    Jetz sollten die USA, Sicherheitsrat und Westen Konsequenzen ziehen, nach dem sie gemerkt haben, dass der IS auch für sie, nicht nur für benachbarte Länder, eine Gefahr darstellt.

  • "Der Sicherheitsrat ist im Syrienkonflikt blockiert, weil Russland und China Maßnahmen gegen Machthaber Baschar al-Assad ablehnen."

    Nachdem das in der Ukraine also für die EUSA auf schief angeht, wird nun also wieder die Syrien/Assad-Karte gezogen. Nächster Versuch. Traurig nur, dass sich dieser Herr dafür hergibt....

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