UN-Friedensplan
Syrien beginnt mit Truppenabzug

Laut Regierungssprechern hat der Abzug der Truppen in den Städten Deraa, Idlib und Sbadani begonnen. Erste Vertreter des UN-Beobachterteam sind in Syrien eingetroffen. Nach Oppositionsangaben dauern die Kämpfe weiter an.
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GenfSyrien hat nach eigenen Angaben damit begonnen, Teile des internationalen Friedensplans umzusetzen. Die syrischen Behörden hätten dem Sondergesandten Kofi Annan mitgeteilt, dass in drei Gebieten mit dem Truppenabzug begonnen worden sei, sagte Annan-Sprecher Ahmad Fawzi am Donnerstag in Genf. Ungeachtet der Ankündigung gingen nach Oppositionsangaben die Gefechte zwischen Regierungssoldaten und Aufständischen weiter. Im Süden der Türkei kamen der türkischen Regierung zufolge in den vergangenen zwei Tagen mehr als 1600 syrische Flüchtlinge an.

„Sie haben uns mitgeteilt, dass sie in bestimmten Gebieten mit dem Truppenabzug begonnen hätten“, sagte Fawzi. Dabei handele es sich um die Städte Deraa, Idlib und Sabadani. Dies müsse nun unabhängig bestätigt werden. Die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UN) seien aufgefordert, Soldaten für das geplante 200 bis 250 Mann starke Beobachterteam zu stellen. Dieses soll nach dem 10. April seine Arbeit aufnehmen. Am Donnerstag traf eine Delegation Annans unter Leitung des norwegischen Generalmajors Robert Mood in Damaskus ein, um die Arbeit des Teams vorzubereiten.

Der Friedensplan des im Auftrag der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga tätigen Annan sieht vor, dass bis zum 10. April Soldaten und schwere Waffen aus den Konfliktzonen abgezogen werden. Binnen 48 Stunden soll dann eine Feuerpause greifen, an die sich sowohl die staatlichen Sicherheitskräfte als auch die Kämpfer der Aufständischen halten.

Trotz der Zustimmung des syrischen Präsidenten Baschar al-Asaad zum Annan-Plan, halten die Kämpfe nach Oppositionsangaben unvermindert an. In der nahe Damaskus gelegenen Stadt Duma seien Explosionen und Maschinengewehrfeuer zu hören gewesen. Es habe Opfer unter der Zivilbevölkerung gegeben. In der nördlichen Provinz Aleppo an der türkischen Grenze hätten Sicherheitskräfte zwei Dörfer angegriffen.

Seit mehr als einem Jahr versucht Assad, die Proteste niederzuschlagen. Rund 40.000 Syrer sind vor der Gewalt aus ihrem Land geflohen. Allein in den türkischen Provinzen Hatay und Gaziantep leben derzeit mehr als 21.000 syrische Flüchtlinge. In den vergangenen Tagen sei die Zahl der Schutzsuchenden noch einmal deutlich angestiegen, teilten türkische Verantwortliche mit. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erklärte, Syrien habe einer Ausweitung der Arbeit der Hilfsorganisation im Land zugestimmt. So solle beispielsweise der Besuch von Inhaftierten wieder ermöglicht werden.

Seit Beginn des Volksaufstands gegen Assad sind nach Zählung der UN mehr als 9000 Menschen getötet worden. Die Regierung in Damaskus spricht von mehr als 6000 Toten, darunter mehr als 2500 Sicherheitskräfte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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