UN-Generalsekretär Annan nennt Attacken auf UN-Quartier den Protest einer „winzigen Gruppe“
Kämpfe in Afghanistan fordern 43 Tote

43 Taliban starben am Wochenende bei den den schwersten Kämpfen in Afghanistan seit Monaten. Von den Unruhen in Herat, die im Sturm auf die UN-Vertretung gipfelten, lässt sich UN-Generalsekretär Annan nicht beeindrucken.

HB NEW YORK/KABUL. In der Provinz Sabul hätten US-Truppen 22 radikalislamische Rebellen erschossen, darunter drei Araber, sagte ein US-Armeesprecher am Montag in Kabul. Die Kämpfe hätten von Samstag bis Montag angedauert. Unter den US-Soldaten habe es keine Opfer gegeben.

In der Provinz Kandahar starben nach Polizeiangaben 21 Taliban-Kämpfer bei Gefechten. Der Polizeichef der Region, Khan Mohammad Khan, sagte, dort sei es am Samstag zu schweren Gefechten gekommen, an denen US-Truppen und afghanische Soldaten beteiligt gewesen seien. Die US-Streitkräfte hätten Hubschrauber eingesetzt. Bei einem Angriff auf eine amerikanische Patrouille in Kandahar am Sonntag wurde nach US-Angaben niemand verletzt.

In der Provinz Urusgan entführten Taliban-Kämpfer in der Nacht zu Montag nach Angaben aus Sicherheitskreisen vier Regierungssoldaten. Man wisse nicht, ob die Enführten noch am Leben seien, hieß es. Die Taliban hatten eine Verschärfung ihres Terrors vor den ersten freien Präsidentenwahlen in Afghanistan am 9. Oktober angekündigt.

UN-Generalsekretär Annan sieht in den schweren Unruhen in der afghanischen Provinz Herat nur den Protest „einer winzigen Gruppe“. Diese versuche, die Bemühungen der Regierung in Kabul um Sicherheit und Stabilität zu untergraben. Die Vereinten Nationen ließen sich durch die Attacken vom Sonntag nicht von ihrem Bekenntnis zum Bonner Afghanistan-Abkommen abbringen, ließ Kofi Annan am Sonntagabend über einen Sprecher verbreiten. Die Vereinten Nationen würden ihre Zusagen im humanitären Bereich sowie bei dem Wiederaufbau und der Demokratisierung voll einhalten, bekräftigte Annan.

Demonstranten hatten unter anderem das UN-Gelände in Herat-Stadt gestürmt. Zu dem Vorfall im Speziellen äußerte sich der UN-Chef aber nicht. Das UN-Personal musste in Bunker fliehen und später in einem US-Militärcamp in Sicherheit gebracht werden. Bei den Protesten gegen die von Präsident Hamid Karsai beschlossene Absetzung Khans als Gouverneur wurden mindestens sieben Afghanen getötet.

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