UN-Generalsekretär verlangt sofortiges Handeln
Klimawandel „wie ein Science-Fiction-Film“

Der Weltklimarat IPCC hat mit seinem jüngsten Papier einen eindringlichen Warnruf vor den Auswirkungen der Erderwärmung in die Welt gesendet. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die politischen Führer der Welt aufgerufen, den Klimawandel schnellstmöglich und mit aller Entschiedenheit zu bekämpfen, denn „die schlimmsten Szenarien des IPCC sind so angsterregend wie ein Science-Fiction-Film“.
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HB VALENCIA. In dem jüngsten Weltklimabericht nennen Forscher und politische Delegationen so deutlich wie nie zuvor den Menschen als Verursacher der Erderwärmung. „Die schlimmsten Szenarien des IPCC sind so angsterregend wie ein Science-Fiction-Film“, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bei der Vorstellung des Dokuments in Valencia.In dem Papier hatten Forscher und Politiker auf wenigen Seiten die Kernaussagen des diesjährigen Weltklimaberichts zusammengefasst. Es soll als wissenschaftliche Grundlage für die UN- Klimakonferenz auf Bali im Dezember dienen.

Die Bedrohung für den Menschen sei real, das mache der Report ganz klar, sagte Ban weiter. Mit entschiedenem Handeln könnten jedoch die schlimmsten Szenarien verhindert werden. Die Gelegenheit dazu hätten die Politiker bei der Klimakonferenz auf Bali. „Die Nachricht kann nicht einfacher sein“, erklärte er mit Blick auf das Dokument, das er als erster vom Chef des Weltklimarates, Rajendra Pachauri, erhalten hatte. „Die Gefahren sind real und können einfach bekämpft werden.“

Dieser Prozess müsse bei der UN-Klimakonferenz auf Bali beginnen. Dort solle ein Weg zur Reduktion der Treibhausgase starten, dem alle Länder zustimmen könnten, sagte Ban. Diese Verhandlungen müssten bis 2009 abgeschlossen sein, verlangte er. „Es gibt keine Zeit mehr zu verschwenden. Die Forscher haben klar und mit einer Stimme gesprochen.“ Dies erwarte er auf Bali nun auch von den Politikern. Die UN-Klimakonferenz sei der Ort, an dem es politische Antworten auf die wissenschaftlichen Ergebnisse geben müsse.

Pachauri sagte: „Glücklicherweise hat die Menschheit einige Möglichkeiten, zu handeln.“ Die Techniken zu einer Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes seien vorhanden und könnten auch wirtschaftlich umgesetzt werden. Zugleich warnte er: Selbst wenn die Kohlendioxid-Konzentration auf dem Stand von heute bliebe, werde das den Meeresspiegel auf Jahrhunderte hinaus nicht stabilisieren. Zudem hätten sich seit den 1970er Jahren die Dürregebiete vergrößert. Der neue Bericht nenne als besonders gefährdete Regionen unter anderem die großen Flussdeltas Asiens und Afrikas. 20 bis 30 Prozent der bekannten Arten seien in Gefahr, auszusterben, sagte Pachauri.

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