UN-Gesandter
Palästina bereit für eigenen Staat

Bei der UN-Vollversammlung im September will die Palästinenserführung die Anerkennung eines eigenen Staates beantragen. Der UN-Sonderkoordinator für den Nahen Osten sieht dafür Chancen - nennt aber auch Forderungen.
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New YorkDie Palästinenser sind nach Ansicht des UN-Sonderkoordinators für den Nahen Osten, Robert Serry, zur baldigen Übernahme der Verantwortung für einen eigenen Staat bereit.

Sie könnten dessen Führung „zu jedem beliebigen Zeitpunkt in naher Zukunft“ übernehmen, sagte Serry am Dienstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York.

Notwendig sei jedoch zunächst eine politische Übereinkunft mit Israel hinsichtlich eines „glaubwürdigen Fahrplans“ für die Staatsgründung. Den Stillstand in den Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern bezeichnete Serry als „tiefgreifend und hartnäckig“.

Die Gespräche zwischen beiden Seiten über den Friedensprozess sind seit rund zehn Monaten unterbrochen. Die Palästinenser fordern von Israel, den Bau von Siedlungen auf den von ihnen beanspruchten Gebieten einzustellen, und planen, bei den Vereinten Nationen die Anerkennung eines eigenen Staats zu beantragen. Die Palästinenserführung will diesen Schritt bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung im September auf die Tagesordnung setzen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Zehntausende palästinensischer Araber, die jetzt in Israel und den jüdischen Gemeinden in Judäa und Samria beschäftigt sind, würden ihre Jobs verlieren, was mehr wirtschaftlichen Druck auf die PA ausüben wird. Und natürlich ist die PA bereits jetzt schwer abhängig von Auslandshilfe, Hilfe, die in Gefahr sein dürfte, wenn das angebliche Ziel der Unabhängigkeit erreicht wird. NGOs werden ebenso beginnen sich nach anderen Empfängern ihres Bargelds umzusehen und israelische NGOs, die har an Kooperationen mit palästinensischen Arabern gearbeitet haben, würden nicht länger in der Lage sein das zu tun. Für israelische Araber wird es weitaus schwieriger werden ihre Verwandten auf der anderen Seite der Grenze zu besuchen...
    http://haolam.de/?site=artikeldetail&id=6096

  • The Day after:
    Der Tag nach der palästinensisch-arabischen Eigenstaatlichkeit

    Bei all dem Gerede über palästinensisch-arabische Eigenstaatlichkeit finde ich es interessant, dass keiner der Artikel über die angeblichen Vorteile der Eigenstaatlichkeit tatsächlich irgendwelche Vorteile für real lebende palästinensische Araber aufzählen kann.

    Ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit ist dieser Artikel auf Al-Jazira von Noura Erekat (anscheinend Saebs Nichte), in dem die Vorteile der Eigenstaatlichkeit so zusammengefasst werden können: Es wird Israel politisch schaden.

    Wird aber selbst ein erfolgreicher Antrag auf Eigenstaatlichkeit wirklichen palästinensischen Arabern nutzen? Was am Tag nach der Erreichung der einseitigen Ziele geschehen?

    Wenn der Antrag durchgeht, wird die wirtschaftliche und Sicherheitszusammenarbeit mit Israel verschwinden. Die riesige Mehrheit der palästinensisch-arabischen Exporte gehen nach Israel und wenn Palästina ein souveräner Staat ist, wird Israel keine Verpflichtung mehr empfinden diese Beziehung fortzusetzen. Es würde Jahre dauern ein ähnliches Handelsprogramm mit der arabischen Welt aufzubauen und es gibt keine Belege, dass es Nachholbedarf für palästinensisch-arabische Waren in Jordanien und Syrien und den Golfstaaten gibt.

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