UN malen düsteres Bild
EU-Sondertreffen für Libanon-Schutztruppe

Gewalt, Zerstörung und das Leiden der Bevölkerung im Libanon und den Palästinensergebieten erfordern nach Überzeugung der Vereinten Nationen dringend eine umfassende Lösung für alle Konflikte in Nahost. Die EU-Außenminister wollen bei einem Sondertreffen am Freitag über die Libanon-Truppe reden.

HB BRÜSSEL/BEIRUT/ROM. Die finnische Ratspräsidentschaft der Europäischen Union setzte die Dringlichkeitssitzung am Dienstag kurzfristig an. Dabei soll vor allem besprochen werden, in welchem Umfang sich die einzelnen Mitgliedstaaten an der Truppe beteiligen. Bislang haben sich die meisten EU-Staaten mit verbindlichen Zusagen noch weitgehend zurückgehalten. Auch der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Kofi Annan, wird zu der Sitzung erwartet. Anschließend erwägt er UN-Kreisen zufolge eine Weiterreise in den Nahen Osten.

Finnland folgte einem Aufruf Italiens, das sich bereit erklärt hat, die Führung und das größte Truppenkontingent des UN-Einsatzes zu stellen. Die Regierung in Rom bemühte sich am Dienstag, ihre europäischen Partner auf die Bereitstellung einer Kerntruppe von mindestens 6000 Soldaten zu verpflichten. Sie selbst will 2000 bis 3000 Soldaten zu der Libanon-Schutztruppe beisteuern. Auch Deutschland will sich beteiligen, hat wie viele andere EU-Länder jedoch keine konkreten Zahlen genannt.

Sicherheitsvakuum befürchtet

Der UN-Sondergesandte für den Libanon, Terje Roed-Larsen, warnte vor einem Sicherheitsvakuum in dem Kriegsgebiet, das angesichts der Schwierigkeiten beim Aufbau der Truppe monatelang anhalten könnte. „Die Lage ist weiterhin extrem fragil“, sagte er in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. „Vorfälle können, ohne dass eine Absicht damit verknüpft wäre, neue Gewalt auslösen, die eskalieren und außer Kontrolle geraten könnte.“

Der UN-Untergeneralsekretär für politische Fragen, Ibrahim Gambari, warnte den Weltsicherheitsrat außerdem am Dienstag bei einer offenen Debatte, die zunehmend schwierige Lage der Palästinenser nicht über dem Libanonkonflikt zu vergessen. Das Ziel des Nahostfriedensplans von zwei unabhängigen Staaten Israel und Palästina friedlich neben einander sei in den vergangenen zwölf Monaten nur weiter in die Ferne gerückt. Die Palästinensergebiete seien politisch, wirtschaftlich und humanitär „in einem schlimmen Zustand“, sagte Gambari. 70 Prozent der Bevölkerung lebten unterhalb der Armutsgrenze, und fast neun von zehn Palästinensern seien auf fremde Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Israelische Militärangriffe hätten erneut 450 Palästinenser getötet und 2500 verletzt, darunter viele Kinder. Außerdem seien lebenswichtige Einrichtungen, Häuser, Brücken und Elektrizitätswerke zerstört werden. In der gleichen Zeit seien durch palästinensische Übergriffe 41 Israelis gestorben und 480 Menschen in Israel verletzt worden.

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