UN-Militäreinsatz: Gaddafi will Alliierte mit Millionenheer bekämpfen

UN-Militäreinsatz
Gaddafi will Alliierte mit Millionenheer bekämpfen

Der internationale Militäreinsatz gegen Libyen ist gestartet, die Alliierten bombardieren wichtige Stellungen. Libyens Staatschef ruft seine Unterstützer im Kampf gegen „Monster und Kriminelle“ an die Waffen.

TripolisMit massiven Luftschlägen gegen die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi hat ein internationales Militärbündnis in den Libyen-Konflikt eingegriffen. Kampfjets und Marschflugkörper der amerikanischen, französischen und britischen Streitkräfte zerstörten Flugplätze, Luftabwehrstellungen, Waffendepots, Panzer und Militärlastwagen in den von Gaddafi kontrollierten Landesteilen.

Während der Diktator am Sonntag einen „langen, ruhmreichen Krieg“ gegen die „Kreuzritter“ und „neuen Nazis“ ankündigte, griffen seine Truppen weiter die Aufstands-Hochburgen Bengasi und Misurata an. Dutzende Zivilisten wurden dabei getötet.

Der internationale Militäreinsatz stützt sich auf eine UN-Resolution, die den Einsatz aller notwendigen Mittel erlaubt, um die libysche Zivilbevölkerung vor den Angriffen der Gaddafi-Truppen zu schützen. Die erste Angriffswelle begann am Samstagnachmittag, unmittelbar nach einem Libyen-Gipfel in Paris, bei dem internationaler Spitzenpolitiker die Umsetzung der UN-Resolution erörtert wurde.

Französische Kampfflugzeuge bombardierten Panzer bei Bengasi, amerikanische und britische Raketen und Marschflugkörper schalteten wenig später libysche Luftabwehrstellungen aus. Auch 19 US-Kampfjets waren nach Angaben des Pentagon beteiligt, darunter auch mehrere Stealth-Tarnkappenbomber. Dem staatlichen libyschen Fernsehen zufolge wurden 48 Menschen getötet und 150 weitere verletzt. Am Sonntag bombardierte die Allianz Flughäfen und andere militärische Ziele.

Der dermaßen bedrängte Gaddafi kündigte in einer Ansprache aus seinem Versteck einen langen Abwehrkampf an. „Dies ist nun eine Konfrontation des libyschen Volkes mit Frankreich, Großbritannien und den USA, mit den neuen Nazis“, erklärte er am Sonntag in der nur im Ton vom Fernsehen übertragenen Rede. Alle Libyer würden sich nun bewaffnen, nachdem die Rüstungsdepots für sie geöffnet worden seien.

Nach eigenen Angaben hat das Regime mit der Verteilung von Waffen an eine Million Bürger begonnen. Dies berichtete das staatliche libysche Fernsehen am Sonntagnachmittag. Beobachter hielten die Zahl von einer Million bewaffneten Gaddafi-Anhängern für übertrieben. Zugleich erachteten sie es nicht für unwahrscheinlich, dass Gaddafi ihm ergebene Zivilisten bewaffnet, um einen Bürgerkrieg zu entfesseln und das Land zu destabilisieren.

Im Krieg gegen die „Kreuzritter“ werde „das ganze Mittelmeer zum Schlachtfeld“, drohte Gaddafi. Die Kriegsgegner bezeichnete er als „Monster“ und „Kriminelle“. „Ihr werdet stürzen, wie Hitler gestürzt ist. Alle Tyrannen stürzen.“

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