UN-Nothilfe
Tägliche Feuerpausen in Gaza gefordert

Die Vereinten Nationen sind der wichtigste Helfer für die Menschen im Gazastreifen. Sie geben ihnen Nahrung, Unterkunft, Medizin und im gewissen Maße Schutz. Doch die Helfer sehen sich zunehmend überfordert.
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New YorkUN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos hat für den Gazakrieg eine tägliche Feuerpause gefordert. „Wir brauchen jeden Tag eine Waffenruhe, die verlässlich ist. Dann können unsere Helfer die Menschen versorgen, Verwundeten kann geholfen und Tote können beerdigt werden“, sagte Amos am Donnerstag im UN-Sicherheitsrat in New York. „Wir rufen beide Seiten auf, solch einen täglichen Waffenstillstand zu vereinbaren.“

Zudem müssten Israelis und Palästinenser alles tun, um Zivilisten zu schützen. „Alle Seiten müssen sich an den internationalen Standards des Völkerrechts messen lassen, nicht an den Standards der anderen Seite“, sagte Amos.

Schon vor der Offensive hätten 80 Prozent der 1,8 Millionen Menschen in Gaza - jeder zweite ist jünger als 18 Jahre alt - Hilfe von außen benötigt. „Jetzt haben wir 440 000 Flüchtlinge im engen Gazastreifen, die Hälfte davon in UN-Einrichtungen. Aber die Realität von Gaza ist heute, dass kein Platz sicher ist“, sagte Amos. 103 UN-Einrichtungen seien bereits getroffen worden, einige mehrfach. 140 Schulen und 24 medizinische Einrichtungen seien beschädigt worden. Weite Teile des Gazastreifens hätten nur zwei Stunden am Tag Strom, andere gar nicht.

Der Leiter des UN-Hilfswerkes für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), Pierre Krähenbühl, beschrieb das Leid: „Ich sah grauenhafte Wunden in der Kinderabteilung eines Krankenhauses. Das sind die inakzeptablen Folgen eines Konflikts, der sofort gestoppt werden muss.“ Darüber hinaus seien einige Gebiete völlig zerstört.

Die Menschen in Gaza fühlen sich nach den Worten von Krähenbühl verlassen. „220 000 Menschen sind unter unserem Schutz, und es werden jeden Tag mehr. Es sind jetzt schon viermal so viel wie während der Kämpfe 2008 und 2009.“ Er bestätigte, dass in drei leerstehenden UNRWA-Einrichtungen Raketen gefunden worden seien. „Wir verurteilen das und haben sofort alle Seiten informiert. Wir dulden keinerlei Waffen in unseren Einrichtungen.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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