UN-Nothilfegipfel Merkel reist nach Istanbul

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für einen UN-Nothilfegipfel nach Istanbul gereist. Die Weltgemeinschaft diskutiert über besseres Krisenmanagement. Ob Merkel den türkischen Präsidenten Erdogan treffen wird, ist unklar.
In Istanbul findet ein UN-Nothilfegipfel statt. Ob die Bundeskanzlerin in diesem Rahmen auch den türkischen Präsidenten treffen wird, ist noch nicht klar. Quelle: AP
Merkel und Erdogan

In Istanbul findet ein UN-Nothilfegipfel statt. Ob die Bundeskanzlerin in diesem Rahmen auch den türkischen Präsidenten treffen wird, ist noch nicht klar.

(Foto: AP)

BerlinVor dem Hintergrund der Debatte über das EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei reist Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 22. Mai zu einem UN-Nothilfegipfel nach Istanbul. Merkel werde einen Tag später bei dem ersten Gipfel der Vereinten Nationen zu humanitären Fragen eine Rede halten, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin mit.

Am Rande des Treffens seien auch bilaterale Gespräche geplant. Ob Merkel auch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan treffe, stehe noch nicht fest.

Reaktionen auf Merkels Entscheidung
Thomas Bellut, Intendant des ZDF
1 von 14

„Wir gehen mit ihm durch alle Instanzen.“

Wolfgang Bosbach (CDU), Vorsitzender des Innenausschusses des Bundestags
2 von 14

„Ich bedauere die Entscheidung und hoffe, dass der Türkei eine Lektion in Punkto Meinungsfreiheit erteilt wird. Ich gehe jedenfalls nicht davon aus, dass man Böhmermann verurteilt.“

Til Schweiger, Schauspieler
3 von 14

„Was ich von Jan Böhmermann halte, ist hinlänglich bekannt – gar nichts. Aber wie unsere Regierung hier vor einem Präsidenten kuscht, der in seinem Land die Meinungsfreiheit mit den Füßen tritt – uns aber gleichzeitig sagt, wir sollen uns aus seiner Politik raushalten – das macht mich fassungslos.“

Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft
4 von 14

„Kanzlerin Merkel hat gleich zweimal recht: Erstens lässt sie die Strafverfolgung zu. Das ist in einem Rechtsstaat auch selbstverständlich. Zweitens schafft sie den überflüssigen Majestätsbeleidigungsparagrafen ab. Das ist längst überfällig.“

Wolfgang Thierse (SPD), ehemaliger Bundestagspräsident
5 von 14

„Ich halte es für richtig, dass Richter über das sogenannte Gedicht von Herrn Böhmermann entscheiden. Die Bundesregierung hatte keinen Anlass, dies zu verhindern.“

Simone Peter, Bundesvorsitzende der Grünen
6 von 14

„Der EU-Türkei-Deal wirkt: Erdogan setzt sich durch, Satire ist das Opfer. Für die Zukunft: (Paragraf) 103 abschaffen.“

Sevim Dagdelen, Mitglied der Bundestagsfraktion der Linkspartei
7 von 14

„Bundeskanzlerin Merkel unterwirft sich dem türkischen Präsidenten Erdogan. Sie ermächtigt den Despoten vom Bosporus, den ZDF-Satiriker Jan Böhmermann wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes vor Gericht stellen zu lassen.“

Bei dem Gipfel werde es darum gehen, wie die Weltgemeinschaft besser auf die in den vergangenen Jahren stark gestiegene Zahl humanitärer Krisen reagieren könne. Ziel sei außerdem, die kurzfristige Soforthilfe und die mittel- und langfristige Hilfe besser zu koordinieren, sagte Seibert. Weitere Schwerpunkte seien der Schutz der Zivilbevölkerung sowie die Stärkung des humanitären Völkerrechts.

Merkel wird von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) begleitet.

  • dpa
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%