UN-Plan
Agrarsubventionen zentral im Kampf gegen Armut

Im vergangenen Jahrzehnt ist die Armut so schnell zurückgegangen wie noch nie. Dennoch fordert eine Expertengruppe einen verstärkten Kampf, um Armut weltweit zu beenden – und stellte einen Zwölf-Punkte-Plan vor.
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New YorkMit einem ehrgeizigen Fahrplan wollen die Vereinten Nationen bis zum Jahr 2030 extreme Armut in der Welt beseitigen. Eine Expertengruppe unter Vorsitz von Staats- und Regierungschefs aus Großbritannien, Indonesien und Liberia übergab am Donnerstag einen Plan mit zwölf Punkten und 54 Zielen an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Die Autoren schlagen unter anderem vor, Agrarsubventionen radikal zu streichen, gegen Steueroasen vorzugehen und sicherzustellen, dass multinationale Konzerne ihre Steuern ordnungsgemäß abführen.

Unter anderem werden in dem Papier auch eine gesicherte Nahrungsversorgung, nachhaltige Energie sowie der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen gefordert, dazu etwa die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Förderung von Wirtschaftswachstum und die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern.

„Unsere Vision und unsere Verantwortung ist es, extreme Armut in allen Formen zu beenden, indem wir eine nachhaltige Entwicklung auf den Weg bringen“, hieß es in der Erklärung des Gremiums, dem auch der britische Premierminister David Cameron angehört.

Die Autoren des Plans wiesen auch darauf hin, dass die vergangenen 13 Jahren „den schnellsten Rückgang der Armut in der Geschichte der Menschheit“ gebracht hätten. Als extrem arm gilt, wer weniger als 1,25 Dollar pro Tag zur Verfügung hat.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ein richtiger Schritt, die Abschaffung der Agrarsubventionen, der unverzüglich vollzogen werden muss. Damit einher müssen die Agrarmärkte liberalisiert und die Abschottungspolitik von den USA und Europa verboten werden!

    Der Etat für Agrarsubventionen beläuft sich allein in der EU auf 420 Mrd. Euro.

    Ein Bauernhof mit 250ha Anbaufläche erhält ca. 100.000 Euro
    jährliche Subventionen. Dieses Geld stammt von uns Steuerzahlern. Der Bauer muss dafür keinen Finger krumm machen - er bekommt das Geld auch wenn er keinen einzigen Grashalm anbauen würde.

    Allein die Preise für Agrarprodukte würde in Deutschland auf einen Schlag 30% preiswerter. Angebot und Nachfrage würden darüber hinaus zu einem ausgewogenen Mix im Anbau von Agrarprodukten führen. Überproduktion und das Wegwerfverhalten von Lebensmitteln würde ebenso eingedämmt. Die Erzeugung von Lebensmitteln zu Heizzwecken wäre nicht mehr attraktiv.

    Die Agrarlobby gehört mit zu den mächtigsten Interessenverbänden und wird die Abschaffung der Subventionen mit aller Macht verhindern wollen. Solange werden wir mit unseren Steuern nicht nur Trecker, Autos und Urlaub unserer Bauern finanzieren, sondern großen Konzernen, wie Bayer, Monsanto usw. satte Gewinne in die Kassen spülen. Sie alle profitieren umfangreich von der durch Subventionen fehlgesteuerten Agrarpolitik.

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