UN-Proteste nutzlos
Saddams Stellvertreter zum Tode verurteilt

Sechs Wochen nach der Hinrichtung Saddam Husseins hat das Oberste Gericht im Irak am Montag auch dessen ehemaligen Stellvertreter Taha Jassin Ramadan zum Tode verurteilt. UN-Vertretern und Menschenrechtsgruppen hatten an das Gericht appelliert, die Todesstrafe nicht zu verhängen.

HB BAGDAD. „Gott weiß, dass ich nichts falsches getan habe“, sagte Ramadan kurz bevor ihn der Richter zum Tod durch den Strang verurteilte. Ramadan stand gemeinsam mit Saddam Hussein sowie sechs weiteren Gefolgsleuten des ehemaligen Diktators wegen des Massakers in Dudschail vor Gericht. Er wurde zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein Berufungsgericht hatte jedoch die Todesstrafe gefordert und den Fall zurücküberwiesen.

Außer Saddam wurden im November dessen Halbbruder Barsan Ibrahim al-Tikriti und der ehemalige Richter Auad Hamed Al-Bander wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode am Strang verurteilt. Beide wurden inzwischen ebenfalls hingerichtet. Der Vollzug der Todesstrafe und vor allem die Umstände der Hinrichtungen schürten die Gewalt im Irak.

Dem Massaker in dem schiitischen Dorf Dudschail fielen 1982 rund 150 Menschen zum Opfer. Zudem wurden hunderte Frauen und Kinder aus dem Ort jahrelang in Internierungslagern festgehalten. Die Verbrechen galten als Racheakt, weil in Dudschail zuvor ein Anschlag auf den Präsidentenkonvoi verübt worden war.

Neben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte auch die UN-Menschenrechtschefin Louise Arbour das Sondertribunal aufgefordert, keine Todesstrafe gegen Ramadan zu verhängen. Human Rights Watch erklärte, das Gericht habe eine direkte Verbindung Ramadans zu den Verbrechen in Dudschail nicht bewiesen. Arbour verwies in einem 38-seitigen Schreiben an das Gericht darauf, dass eine Todesstrafe in diesem Fall gegen das Völkerrecht verstoße, das sehr strikte Bedingungen für ein solches Urteil vorgebe.

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