UN prüfen Vorwürfe gegen Ex-Diktator
Hussein wird Unterschlagung vorgeworfen

Saddam Hussein hat womöglich vor seinem Sturz Millionenbeträge aus dem UN-Hilfsprogramm „Öl für Lebensmittel“ unterschlagen. Die Vereinten Nationen prüfen nun die Anschuldigungen gegen den Ex-Diktator, welche unter anderem von der irakischen Zeitung „El Mada“ verbreitet worden sind.

HB NEW YORK. UN-Sprecher Fred Eckhard sagte am Mittwoch in New York, dass die zuständige UN-Aufsicht bereits „eine Reihe von Mitarbeitern“ befragt habe. Der Direktor des 1996 begonnenen und im November beendeten Hilfsprogramms, Benon Sevan, sei in Urlaub und gehe danach in den Ruhestand. Ob der Sicherheitsrat eine Untersuchungskommission zur Ermittlung des Sachverhalts einsetzen wird, war Eckhard nicht bekannt.

Der provisorische Regierungsrat des Irak hatte bereits vor sechs Wochen von dem Verdacht berichtet, dass Saddam etliche Mill. Dollar aus dem humanitären Programm abgezweigt und zur Bestechung eingesetzt haben könnte. Der Rat forderte das Ölministerium auf, dem Verdacht nachzugehen.

Demnach soll Saddam in 270 Fällen Gelder aus dem Programm abgezogen und an Mitglieder seines Kabinetts sowie an Ausländer verteilt haben. Laut Eckhard hat UN-Generalsekretär Kofi Annan den Leiter der UN-Aufsicht, Dileep Nair, beauftragt, Kontakt mit dem Regierungsrat und der von den USA geführten Koalition im Irak aufzunehmen.

Das „Öl für Lebensmittel“-Programm erlaubte dem Irak, trotz fortlaufender Sanktionen einen Teil seines Öls zu exportieren und den Erlös in die Versorgung seiner Not leidenden Bevölkerung zu stecken. Die Öl-Mrd. flossen anfänglich vor allem in die Beschaffung von Lebensmitteln und Medikamenten, später auch in sanitäre Projekte, Bildung sowie die Reparatur der Ölförderungsanlagen.

Nach von Programmdirektor Sevan wurde im Verlauf von sieben Jahren Öl im Wert von 65 Mrd. Dollar verkauft. Von diesen Einnahmen seien 31 Mrd. Dollar der irakischen Bevölkerung zu Gute gekommen, hatte Sevan im November 2003 mitgeteilt. Weitere Güter im Wert von 8,2 Mrd. sollten anschließend noch in den Irak geliefert werden. Der Rest des Geldes floss laut Sevan in Reparationszahlungen an Kuwait sowie in die Verwaltung des Hilfsprogramms.

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