UN-Sicherheitsrat
Irans Freunde blockieren harten Kurs

Am Monatsende läuft eine Frist der UNO ab, bis zu der der Iran den Verdacht entkräften soll, an Atomwaffen zu arbeiten. Was bei einem negativen Bescheid passieren soll, bleibt jedoch umstritten. Bei ihren Beratungen in Moskau konnten sich die fünf UN-Veto-Mächte und Deutschland nicht einigen.

HB MOSKAU/WASHINGTON. China und Russland hätten sich gegen die US-Forderung nach internationalen Sanktionen gegen die Islamische Republik gestellt, teilte ein Sprecher des US-Außenministeriums am Dienstagabend in Washington mit. Zwar seien sich alle einig gewesen, „dass der Iran eine scharfe Botschaft von der internationalen Gemeinschaft erhalten sollte“, sagte der US-Vertreter bei den Beratungen in der russischen Hauptstadt, Außenamtsstaatssekretär Nicholas Burns, in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CBS. Aber um zu konkreten Schritten der Staatengemeinschaft zu kommen, seien weitere Gespräche notwendig.

US-Präsident George W. Bush hatte vor dem Treffen einen Nuklearschlag gegen den Iran nicht ausgeschlossen. „Alle Optionen liegen auf dem Tisch“, sagte er zu entsprechenden Berichten in US-Medien. Ziel bleibe aber eine diplomatische Lösung. Bush will den Konflikt am Donnerstag bei einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao ansprechen, der derzeit erstmals die USA besucht.

Der UN-Sicherheitsrat hat den Iran Ende März aufgefordert, innerhalb von 30 Tagen als Zeichen des guten Willens die Arbeiten an der Urananreicherung und damit an einem heiklen Teil des Atomkreislaufes auszusetzen. Die Technik kann auch zum Bau von Atomwaffen genutzt werden. Am 28. April soll der UN-Atomchefinspektor Mohamed El Baradei dem Gremium einen neuen Bericht dazu vorlegen, auf dessen Basis das weitere Vorgehen beschlossen werden soll.

Wie der US-Nachrichtensender CNN berichtete, sollen die Gespräche am heutigen Mittwoch fortgesetzt werden. Daran sollen diesmal neben den USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland auch Kanada und Italien teilnehmen. Der Sprecher des US-Außenministeriums Sean McCormack sagte, es solle in diesem neuen Rahmen ausgelotet werden, welche diplomatischen Möglichkeiten es gebe, um den Druck auf die iranische Regierung zu erhöhen.

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