UN-Sondervermittler Annan hofft auf Iran als „Teil der Lösung“

Mit einem dramatischen Appell hat Sondervermittler Kofi Annan den UN-Sicherheitsrat zum Handeln aufgefordert - und für die Umsetzung seines Friedensplans für Syrien plädiert. Viel könnte jetzt vom Iran abhängen.
Update: 08.06.2012 - 05:10 Uhr 13 Kommentare

"Unbeschreibliche Barbarei"

Damaskus/Istanbul/New YorkSyrien brennt und die Spitzen der Vereinten Nationen fordern Taten - doch der Sicherheitsrat ist trotz aller Beteuerungen zur Einigkeit uneinig. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Sondervermittler Kofi Annan haben das mächtigste UN-Gremium zum Handeln aufgefordert.

Doch trotz neuer Massaker konnte sich der Rat in fast dreistündiger Beratung nicht auf eine Reaktion einigen. Eine neue Kontaktgruppe könnte wieder Fahrt in die verfahrene Situation bringen. Erst kurz zuvor hatte eine neues Massaker an Zivilisten - darunter viele Frauen und Kinder - die Welt schockiert.

„Es liegt jetzt am Rat, einen einheitlichen Kurs zu finden. Die Menschen fordern, dass wir handeln“, sagte Ban. „Wir brauchen Taten, aber wir müssen mit einer Stimme sprechen.“ Es gebe nur wenige Hinweise, dass das Regime sich an den Friedensplan halten wolle.

„Wie oft müssen wir noch die Gewalt verurteilen? Wie oft sollen wir noch sagen, dass wir empört sind?“ Ein umfassender Bürgerkrieg sei nah, den könnten auch Terroristen nutzen. „Und wir haben Hinweise auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. Die internationale Gemeinschaft muss jetzt handeln.“

Sein Friedensplan sei noch nicht gescheitert, sagte Annan. „Ich glaube nicht, dass der Plan tot ist. Wir beraten, was wir tun können, damit der Plan lebt.“ Zudem gebe es kaum Alternativen. „Ansonsten bekommen wir einen umfassenden Bürgerkrieg.“ Der würde sich nicht auf das Land begrenzen lassen. „Syrien ist nicht Libyen. Es würde nicht implodieren, es würde explodieren und die ganze Region mitreißen.“ Schon jetzt sei das Land „in einer Art Bürgerkrieg“.

Annan hofft auf eine neue Kontaktgruppe von einzelnen Ländern, die Einfluss auf Damaskus haben. „Die Frage ist einfach, wie wir die syrische Regierung dazu bekommen, den Friedensplan zu befolgen.“ Zu der Kontaktgruppe könnten die USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich und auch regionale Mächte wie die Türkei und Saudi-Arabien gehören. Auch der Iran: „Iran ist ein wichtiges Land in der Region und hoffentlich ein Teil der Lösung.“ Alle müssten dafür sorgen, „dass die ganze Region nicht in die Luft fliegt.“

Russland: „Garantiert“ kein Militärschlag oder verschärfte Sanktionen
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13 Kommentare zu "UN-Sondervermittler zu Syrien: „Wie oft müssen wir noch die Gewalt verurteilen?“"

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  • solange bis die usa aufhören, die terroristen gegen das syrische volk zu unterstützen.

  • KarlHeinrich, wem kann der kleine Mann noch glauben??? Zur UNO nur so viel, dies ist der bestbezahlte Lügenklupp der Welt, mehr muss man dazu nicht sagen.
    Danke

  • Fällt denn keine hier auf, dass die "Opposition" auch Aktivisten genannt immer genaue Angaben über die getöteten machen kann? Das ist doch ein wissen welches nur der oder die Täter haben können.

  • @Tom, sie treffen den Nagel auf den Kopf.
    Die Arabischen Staaten wollen ein eigene Leitwährung die den Dollar und Euro in nichts nach stehen. China und Japan handeln bereits vorrangig in Ihren Währungen auch da ist der Dollar auf dem Rückzug. Die Weltmacht USA ist am Ende,sie will es nur noch nicht wahr haben.

    @Rita. Besser wäre, die assad Truppen legen die Waffen nieder bzw nehmen UN oder Presseleute mit auf Streife. Die könnten dann bezeugen, das sie nicht geschoßen haben, die toten Kinder aber Kugeln im Kopf haben...

  • In sehr vielen Kommentaren, egal ob hier im HB oder anderen Online-Medien kann ich feststellen, dass ein großer Teil der Leser das scheinheilige Handeln der Westmächte in Syrien durchschaut. (Das Getue der "Freunde Syriens" & Co. ist eine Farce) Auch wenn Assad als der Treiber zu Massakern an Frauen und Kindern beschrieben wird, scheint es offensichtlich nicht mehr so wie "in früheren Zeiten" zu funktionieren. Die Menschen erkennen langsam, wie sehr sie durch die Medien manipuliert worden/werden sind. Nur habe ich den Eindruck, dass das bei den Medien selbst noch nicht wirklich angekommen ist, und sie berichten unverblümt und ohne Skrupel weiter.

  • Wie? Gibt es inzwischen das Damenklo auf dem Truppenübungsplatz - mit Schminkspiegel?

    Sie wissen (Borat) Frauen sind diejenigen mit dem kleineren Gehirn!

    (BEWEIS siehe Statistik: ZAHL WEIBLICHER NOBELPREISTRÄHGERINNEN in NATURWISSCENSCHAFTEN,
    Abstand zwischen Rekorden der Leichtathleten und der Leichtathletinnen)

  • Annan will Iran als „Teil der Lösung“

    IRAN?

    „Da kann man sich nur noch an den Kopf fassen!“

  • Ich empfehle Ihnen den FAZ-Artikel.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/neue-erkenntnisse-zu-getoeteten-von-hula-abermals-massaker-in-syrien-11776496.html

  • D'Accord, Harald & Rita! Das kommt davon, wenn einer vom anderen abschreibt und als Ursprungsquelle irgendwelche amerikanischen "Quellen" (z.B. AP) hat. Der klassische Journalismus mit Recherche und krit. Beleuchtung von "allen" Seiten ist, zumindest in der Mainstream-Presse, tot. Daher wenden sich auch immer von diesen "Propagandamschinen" ab.
    In diesem Fall ist immer das "böse" Assad-Regime schuld. Natürlich wird nicht erwähnt, dass die USA/Israel ein großes Interesse an der Destabilisierung des nahen Ostens, insbesondere der Verbündeten der ultimativen "Höllenbrut" Iran, haben. Fällt Syrien, kann der Iran noch besser umzingelt werden. Daher helfen ausländische "Militärberater" der künstlich aufgebauten Rebellen-Opposition gerne beim Bombenlegen und Chaos stiften.
    Dass der Iran nur aufgrund seines Verkaufs von Öl in nicht-Dollar-Währung und gar nicht wg. seines vermeintlichen Atomsprogramms in der Schusslinie der USA (und damit all seiner Lakaien wie EU, UN & Co) ist, wird man in der gleichgeschalteten Mainstream-Presse nirgendwo lesen. Denn wenn einer ungestraft anfängt Rohstoffe, insbesondere Rohöl, nicht mehr ausschließlich in wertlosen (inflationierten) Dollars zu handeln, dann macht das schnell Schule. Handelt keiner mehr Dollars, fließen gigantische Mengen der über Jahrzehnte gedruckten Scheine wieder zurück in die USA und deren ganzes volkswirtschaftliches Kartenhaus fällt in einer Hyperinflation zusammen. Daher weigern sich auch Russland und China gegen weitere Sanktionen gegen Syrien und Iran. Denn sie wissen genau, die eigentlichen Bombenleger und Unruhestifter sitzen woanders.

  • Russland und China bleiben stur. Sind sie stur oder betrachten sie die Lage etwas objektiver. Es gibt inzwischen sehr viele Zweifler, an der Seriosität und Objektivität der Berichterstattung. Mein Vorschlag ALLE Opposiotnellen legen die Waffen nieder, wenn dann noch ein syrisches Kind getötet wird, dann glaube ich, dass Assad der einzig wahre Schuldige ist.

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