International

_

UN-Studie: Mehr Gewalt gegen afghanische Frauen

Die Zahl misshandelter Frauen in Afghanistan hat zuletzt deutlich zugenommen. Ein Gesetz zum Schutz afghanischer Frauen zeigt bisher wenig Effekt. Dennoch sehen die Uno-Autoren Hoffnungszeichen.

Eine US-Patrouille überholt im Jahr 2003 eine Kutsche mit verschleierten Frauen in Kundus. Quelle: dpa
Eine US-Patrouille überholt im Jahr 2003 eine Kutsche mit verschleierten Frauen in Kundus. Quelle: dpa

KabulTrotz eines Gesetzes zum Schutz vor Gewalt leiden viele Frauen in Afghanistan einer UN-Studie zufolge noch immer unter Misshandlungen durch Männer. Zuletzt seien wesentlich mehr Fälle von Gewalt angezeigt worden, hieß es in der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung der UN-Mission in Afghanistan UNAMA. Da Angriffe gegen Frauen aus kulturellen und religiösen Gründen früher häufig nicht gemeldet wurden, werteten die Autoren dies als "ermutigende Entwicklung". Allerdings sei es nur in einem Fünftel der untersuchten Fälle zu einer Verurteilung gekommen.

Anzeige

In Afghanistan gilt seit 2009 ein Gesetz zum Schutz von Frauen. Die Studie listet unter anderem den Fall einer 15-Jährigen auf, die sich in diesem Jahr verbrannte, nachdem sie von ihrem Ehemann und Schwiegervater geschlagen worden war. Als sie Ermittlern ihren Fall schilderte, drohten diese ihr mit Gefängnis, wenn sie die Anzeige nicht zurückziehe. Für den Bericht wurden Daten aus 16 der 34 Provinzen in Afghanistan ausgewertet.

Die häufigsten Arten von Gewalt sind der Studie zufolge Schläge und Schnitte. Zudem sei die Zahl sogenannter Ehrenmorde wegen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens von Frauen gestiegen. Die Unabhängige Menschenrechtskommission in Afghanistan verzeichnete 4010 Fälle von Gewalt gegen Frauen zwischen April und Oktober. Dies waren doppelt so viele wie in den vorangegangenen zwölf Monaten.

Afghanistan

Erst einen Tag vor Veröffentlichung der UN-Studie war die Leiterin einer Frauenbehörde im Osten des Landes erschossen worden. Nadia Sidiki, die an der Spitze der Frauenbehörde der Provinz Laghman stand, wurde auf dem Weg zur Arbeit von zwei Unbekannten ermordet. Im Juli war ihre Vorgängerin Hanifa Safi durch einen Autobombenanschlag getötet worden.

 

  • 31.12.2012, 16:55 Uhrwinfried.trautsich

    Nix neues aus dem Ali-Land.

  • 11.12.2012, 14:35 UhrDERHEINZ

    Aus dem den Muslimen heiligen Koran etwa? Aber Islam heisst doch Friede, Freude, Eierkuchen...?! Huch - kommen da einige in der Realität an???

  • 11.12.2012, 12:05 UhrLisa

    ...dann raten Sie mal woher diese Sätze stammen:

    "Die Männer stehen über den Frauen, weil Gott sie ausgezeichnet hat (...) und wenn ihr fürchtet, dass Frauen sich auflehnen, dann ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!"

  • Die aktuellen Top-Themen
Ukraine-Krise: Experten warnen vor versehentlicher Militäreskalation

Experten warnen vor versehentlicher Militäreskalation

Der Konflikt in der Ostukraine gefährdet laut Experten die Sicherheit aller in Europa. Sicherheitspolitiker warnen vor einer versehentlichen Militäreskalation und mahnen alle Seiten zur Zurückhaltung an.

Starke US-Wirtschaft: Fed fährt Konjunkturhilfen zurück

Fed fährt Konjunkturhilfen zurück

Fed-Chefin Janet Yellen kürzt das Anleihekaufprogramm der US-Notenbank weiter zusammen. Das Signal: Der amerikanischen Wirtschaft geht es auch so gut genug. Der Leitzins bleibt, wie seit 2008 immer, unverändert.

Deal mit China: Italien nickt Milliarden-Verkauf von Energienetz ab

Italien nickt Milliarden-Verkauf von Energienetz ab

Italien hat dem Milliarden-Verkauf seines Energienetzes an China zugestimmt. Für eine Beteiligung von 35 Prozent zahlt die Volksrepublik 2,1 Milliarden Euro. Italiens Regierung braucht das Geld für Haushalts-Sanierungen.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International