UN wollen Chancen: Iraker demonstrieren für Wahlen

UN wollen Chancen
Iraker demonstrieren für Wahlen

Der Ruf nach baldigen Wahlen wird im Irak immer Lauter. Dadurch wachsen die Spannungen zwischen den USA und der schiitischen Bevölkerungsmehrheit weiter. In Bagdad sind am Montag mehr als 100 000 Schiiten auf die Straße gegangen.

HB NEW YORK/BAGDAD. UN-Generalsekretär Kofi Annan kündigte unterdessen die Entsendung eines Expertenteams in den Irak an, das die Möglichkeit direkter Wahlen in den nächsten Monaten sondieren soll. Zu der friedlichen Kundgebung hatte der schiitische Klerus aufgerufen. Die Schiiten lehnen den Plan der US-Verwaltung für eine Machtübergabe Mitte dieses Jahres an eine irakische Übergangsregierung ab, da dieser keine direkte Wahl der Regierung vorsieht.

„Die Frage ist, ob die technischen, politischen und Sicherheitsbedingungen gegeben sind, um bereits bis zum Mai allgemeine direkte Wahlen durchzuführen“, sagte Annan vor der Presse in New York nach einem Gespräch mit dem US-Zivilverwalter im Irak, Paul Bremer, und einer Delegation des provisorischen Regierungsrates. Bremer hatte zuvor erklärt, es sei an der Zeit, dass die Vereinten Nationen in den Irak zurückkehren: „Sie haben viel Erfahrung mit der Vorbereitung von Wahlen und dem Schreiben von Verfassungen.“ Annans Sprecher, Fred Eckhard, begrüßte das Ersuchen der USA als Zeichen „für eine Rückkehr zur Normalität, zu einer Situation, in der die Regierungen wieder zusammenarbeiten und die internationale Verständigung nationale Priorität hat“.

Alle internationalen UN-Mitarbeiter hatten den Irak nach dem verheerenden Bombenanschlag auf den UN-Sitz in Bagdad am 19. August verlassen. Bei der Bluttat waren 17 Menschen ums Leben gekommen, darunter der UN-Sonderbeauftragte Sergio Vieira de Mello. In Bagdad töteten US-Soldaten nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira unterdessen einen Syrer und zwei Jemeniten. Der Sender berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, die drei Männer hätten das Feuer auf die Amerikaner eröffnet, als die Soldaten ihr Haus stürmen wollten.

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